Sanierung der Tiefgarage: Erst Rathausfrage klären

Die Stadtwerke Hameln Weserbergland und die Stadt Hameln werden die weiteren Planungen zur grundlegenden Sanierung der Tiefgarage Rathausplatz zunächst zurückstellen. Hintergrund ist die noch offene Frage, wie es mit dem heutigen Rathausstandort am Rathausplatz 1 weitergeht und ob ein neues Rathaus künftig möglicherweise am Rathausplatz entstehen könnte.

Die Tiefgarage Rathausplatz liegt unmittelbar unter dem Rathausplatz und damit in direkter Nähe zum heutigen Rathausgebäude. Ihre bauliche Zukunft kann daher nicht losgelöst von der künftigen Entwicklung des Rathausstandortes betrachtet werden. Sollte das heutige Rathaus dort nicht fortbestehen oder perspektivisch ein Neubau auf dem Rathausplatz in Betracht gezogen werden, hätte dies unmittelbare Auswirkungen auf die darunterliegende Tiefgarage. Je nach städtebaulichem Konzept könnten Stellplätze wegfallen, Eingriffe in die Bausubstanz nötig werden oder bereits sanierte Bereiche des Rathausplatzes und der Tiefgarage erneut betroffen sein.

„Aus Sicht der Stadtwerke ist es nachvollziehbar und fachlich richtig, die Sanierung der Tiefgarage nicht isoliert voranzutreiben, solange nicht geklärt ist, welche Rolle der Rathausplatz künftig für die Stadtverwaltung spielt“, erklärt Susanne Treptow, Geschäftsführerin der Stadtwerke Hameln Weserbergland. „Eine umfassende Sanierung der Tiefgarage ist ein erheblicher baulicher und finanzieller Eingriff. Diese Investition muss zu den langfristigen Planungen am Standort passen.“

Zugleich betonen die Stadtwerke, dass die erneute Verzögerung aus ihrer Sicht sehr bedauerlich sei. Die Tiefgarage Rathausplatz weist seit längerer Zeit erheblichen Sanierungsbedarf auf. Eine grundlegende Sanierung war in der Vergangenheit bereits vor dem Hintergrund von Überlegungen rund um das Rathaus verschoben worden. Nachdem frühere Planungen verworfen wurden, konnten die Stadtwerke ihre Planung konkretisieren. Der Baustart war für Anfang 2027 vorgesehen.

„Die Tiefgarage ist ein wichtiger Baustein der innerstädtischen Park-Infrastruktur“, so Treptow weiter. „Wir wollen sie erhalten und zukunftsfähig aufstellen. Dafür brauchen wir aber Planungssicherheit, damit die Sanierung nicht kurze Zeit später durch andere bauliche Entwicklungen am Rathausplatz wieder infrage gestellt wird.“

Die Tiefgarage ist nicht nur für die Stadtverwaltung wichtig. Der Rathausplatz gehört zu den zentralen Orten des öffentlichen Lebens in Hameln. Dort findet regelmäßig der Wochenmarkt statt; außerdem liegt die Tiefgarage in direkter Nähe zum angrenzenden Hotel, zum Weserbergland-Zentrum und zum Theater. Sie dient damit nicht nur Beschäftigten und Besucherinnen und Besuchern der Stadtverwaltung, sondern auch Hotelgästen, Marktkundinnen und -kunden sowie Theatergästen.

Die künftige Funktion der Tiefgarage müsse deshalb im Zusammenhang mit der gesamten Entwicklung des Rathausplatzes und der angrenzenden Nutzungen betrachtet werden. Neben der baulichen Frage spielt auch der künftige Bedarf an Parkraum eine Rolle. Die Tiefgarage Rathausplatz verfügt über 228 Stellplätze. Sollte das Rathaus am heutigen Standort künftig wegfallen, müsse geprüft werden, wie sich dies auf die Auslastung der Tiefgarage auswirkt und ob andere Parkplätze, vor allem der Parkplatz Steigerturm, den Bedarf ausreichend auffangen können.

Aus Sicht der Stadtwerke seien daher zwei Fragen entscheidend: Wie viele Stellplätze werden künftig gebraucht, wenn die Stadtverwaltung den Standort Rathausplatz möglicherweise nicht mehr in der bisherigen Form nutzt? Und: Ist ein künftiger Rathausneubau auf dem Rathausplatz denkbar – und welche Folgen hätte das für die Tiefgarage? In den Blick genommen werden müssen neben den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung auch Wochenmarkt, Hotel, Weserbergland-Zentrum, Theater und Angebote in der Innenstadt.

Bis diese politischen und planerischen Fragen geklärt sind, werde die Sanierungsplanung daher pausiert. Der laufende Betrieb der Tiefgarage ist davon zunächst nicht betroffen. „Wir brauchen eine Lösung, die langfristig tragfähig ist – für die Stadtentwicklung, für die Nutzerinnen und Nutzer der Tiefgarage und für einen verantwortungsvollen Umgang mit Investitionsmitteln“, erklären Oberbürgermeister Claudio Griese und Susanne Treptow gemeinsam. „Deshalb ist die Reihenfolge entscheidend: Erst muss die Rathausfrage geklärt werden, dann kann die Sanierung der Tiefgarage verlässlich geplant und umgesetzt werden.“

Die Stadt Hameln hatte sich in der Ratssitzung am 24. Juni erneut mit der Zukunft des Rathauses befasst. Nach dem dort vorgestellten Zeitplan sollen bis Juli 2027 konkrete Entscheidungen zu Standort und Ausgestaltung eines neuen Rathauses vorbereitet werden. Erst auf dieser Grundlage könne abschließend bewertet werden, wie die Tiefgarage Rathausplatz künftig baulich, funktional und wirtschaftlich weiterentwickelt werden soll.

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