Lademöglichkeiten direkt dort, wo Menschen wohnen

Aktueller könnte das Thema angesichts der Spritpreise kaum sein: Jedes fünfte neu zugelassene Auto war im Jahr 2025 elektrisch unterwegs, die Zahl der Neuzulassungen ist gegenüber dem Vorjahr um mehr als 40 Prozent gestiegen. Vor allem Menschen, die zur Miete wohnen, schrecken vor dem Kauf eines Elektroautos jedoch oft noch zurück: Häufig fehlt ein eigener Stellplatz oder eine geeignete Stromversorgung in der Tiefgarage, öffentliche Ladeplätze sind zumal nicht überall fußläufig erreichbar. Elektromobilität ist für diese Gruppe daher bislang oft unattraktiv.

Genau hier setzt ein neues Förderprogramm des Bundes an: Ziel ist es, mehr Lademöglichkeiten direkt dort zu schaffen, wo Menschen wohnen. Wie Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder ankündigt, können Anträge ab dem 15. April gestellt werden.

Gefördert wird dabei nicht nur die Installation einzelner Ladepunkte, sondern der gesamte Aufbau der notwendigen Infrastruktur in Mehrparteienhäusern. Dazu zählen insbesondere die Vorverkabelung von Stellplätzen, der Anschluss an das Stromnetz, technische Steuerungssysteme sowie erforderliche bauliche Maßnahmen. Voraussetzung ist, dass mindestens 20 Prozent der Stellplätze – insgesamt jedoch mindestens sechs – für die Nutzung vorbereitet werden.

Konkret stellt der Bund Zuschüsse von bis zu 1.300 Euro pro Stellplatz für die Vorbereitung bereit. Wird zusätzlich ein Ladepunkt installiert, sind weitere 1.500 Euro möglich. Für bidirektional nutzbare Ladepunkte kann die Förderung auf bis zu 2.000 Euro pro Stellplatz steigen.

Von dem Programm profitieren insbesondere Bewohnerinnen und Bewohner von Mehrparteienhäusern, die künftig ihr Elektroauto wohnortnah laden können. Gleichzeitig erhalten Eigentümerinnen und Eigentümer, Vermieter sowie Wohnungseigentümergemeinschaften finanzielle Anreize, ihre Gebäude zukunftsfähig auszustatten und den Wert ihrer Immobilien zu steigern. Auch Wohnungsunternehmen können größere Projekte wirtschaftlicher umsetzen.

„Das Förderprogramm ist ein Schritt in die richtige Richtung, um das Laden von E-Autos auch Bewohnerinnen und Bewohnern von Mehrparteienhäusern zu ermöglichen“, betont Hamelns Oberbürgermeister Claudio Griese. „Die finanzielle Unterstützung durch den Bund bietet einen finanziellen Anreiz für Eigentümerinnen und Eigentümer, Ladeinfrastruktur in ihren Mehrparteienhäusern zu errichten und hier in unserer Kommune davon zu profitieren.“

Auch auf Landesebene wird das Programm begrüßt. Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne betont: „Wir begrüßen, dass Mehrparteienhäuser beim Aufbau von Ladeinfrastruktur gefördert werden sollen. Das Land Niedersachsen setzt sich dafür ein, dass Elektromobilität für alle Menschen nutzbar wird und niemand davon ausgeschlossen wird. Dass Menschen keinen eigenen Stellplatz für ihr Fahrzeug haben oder in Mehrparteienhäusern leben, darf kein entscheidendes Kriterium gegen Elektromobilität sein. “

Weitere Informationen gibt es online unter elektromobilitaet.niedersachsen.de sowie www.laden-im-mehrparteienhaus.de

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