Hameln erinnert an die Novemberpogrome von 1938

Die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit e. V., die Jüdische Gemeinde Hameln, die Jüdische Kultusgemeinde Hameln-Pyrmont und die Stadt Hameln laden gemeinsam zu einer Gedenkfeier anlässlich der Novemberpogrome von 1938 ein. Die Veranstaltung, an der Schülerinnen und Schüler der Theodor-Heuss-Realschule mitwirken, beginnt am Montag, 9. November, um 16 Uhr am Mahnmal in der Bürenstraße.

„An diese Zäsur zu erinnern, ist eine Pflicht für uns Heutige“, betont Oberbürgermeister Claudio Griese. Angesichts des zunehmenden Antisemitismus in Deutschland und Europa sei es wichtiger denn je, gemeinsam ein Zeichen gegen Judenfeindlichkeit zu setzen.

Das Programm umfasst musikalische Beiträge, eine Psalmlesung, das Verlesen von Namen und jüdische Gebete. Nach der Kranzniederlegung können Teilnehmerinnen und Teilnehmer Blumen oder Steine am Mahnmal niederlegen. Männliche Teilnehmer werden gebeten, während der Veranstaltung eine Kopfbedeckung zu tragen.

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurde auch die Hamelner Synagoge niedergebrannt. Jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger wurden gedemütigt, misshandelt und verschleppt, ihr Eigentum geplündert und zerstört. Die Novemberpogrome markierten eine entscheidende Eskalation der nationalsozialistischen Judenverfolgung, die schließlich im Holocaust mündete.

2011 wurde am Ort der zerstörten Synagoge die neue Synagoge eingeweiht – der erste Neubau einer liberalen Synagoge in der Bundesrepublik. Das vom Hannoveraner Künstler Hans-Jürgen Breuste gestaltete Mahnmal erinnert an die mehr als 100 Hamelner Jüdinnen und Juden, die in der Schoah ihr Leben verloren.

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