Fettwiese statt Betonplatz

Bunte Blumenmeere, flatternde Schmetterlinge, summende Wildbienen – solche Bilder verbinden viele mit einer klassischen Blühwiese. Was ab Montag, 16. März, an der Weser entsteht, sieht etwas anders aus, ist aber ökologisch nicht weniger wertvoll: Dort, wo bislang rund 300 Quadratmeter Beton und Pflastersteine lagen, wächst bald eine Frischwiese heran – ein Lebensraum, der vor allem Gräsern, Binsen und zahlreichen Insektenarten zugutekommt.

Die vorhandene Asphaltfläche unterhalb der Thiewallbrücke wird in den kommenden Tagen vollständig entsiegelt. Anschließend wird der Bereich mit Oberboden verfüllt und neu eingesät. So entsteht Schritt für Schritt ein naturnahes Stück Grün, das den Standortbedingungen optimal entspricht. Aufgrund der feuchten Lage und der Nähe zur Weser entsteht dort eine sogenannte Frisch- oder auch Fettwiese. Der Begriff „Fettwiese“ leitet sich vom nährstoffreichen Boden ab. Im Gegensatz zu farbenfrohen Blühwiesen mit vielen bunten Blumen wachsen auf solchen Flächen überwiegend Gräser und Binsen. Sie wirken optisch zurückhaltender, bieten aber dennoch wertvolle Strukturen für zahlreiche Insekten. Diese wiederum locken zum Beispiel Fledermäuse an, die hier ein ideales Jagdgebiet finden. Die Wiese wird klassischerweise einmal im Jahr gemäht und zu Heu verarbeitet. Das Saatgut ist regionstypisch und wurde in Abstimmung mit der unteren Naturschutzbehörde ausgewählt.

Die Entsiegelung geht auf die aktuell laufenden Arbeiten am Stockhof zurück. Sie ist eine von mehreren Ausgleichsmaßnahmen für die Rodung des Weserufers. Dort entstehen in den kommenden Monaten Weserterrassen mit einem direkten Zugang zum Wasser. Mit der neuen Wiese an der Thiewallbrücke wird ein Stück Natur zurückgewonnen, das Lebensraum schafft und das lokale Mikroklima verbessert.

Baubeginn ist am Montag, 16. März, die Arbeiten dauern voraussichtlich zwei Wochen. Währenddessen bleibt der angrenzende Radweg durchgehend befahrbar. Lediglich bei Anfahrt und Materialanlieferung kann es kurzfristig zu kleineren Beeinträchtigungen kommen.

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