Weserterrassen und Europaplatz

Lageplan Detailkonzept Uferbereich ©hutterreimann Landschaftsarchitektur GmbH

Die Grünanlage vom Europaplatz/Stockhof stellt mit seiner Entstehung in den 1980er-Jahren neben dem Bürgergarten und der Weserpromenade eines der wichtigsten Naherholungsangebote für die Bewohnerschaft der Altstadt dar. Derzeit ist sie eine der wenigen Flächen im Innenstadtbereich, die einen direkten Zugang zu Weser ermöglicht. Nach nun mehr 40 Jahren zeigt sich der Sanierungsbedarf der Grünanlage. Die nicht mehr zeitgemäße Gestaltung sorgte auch dafür, dass die Anlage von den Bürgerinnen und Bürgern sowie Touristen nur selten als Naherholungsfläche wahrgenommen wird.

Die Umgestaltung des Europaplatzes/Stockhofs bildet neben sechs weiteren Teilräumen, darunter Werderinsel und der Lange Wall das Projekt „Attraktivierung des Weserufers und der Werderinsel“. Dieses Projekt ist ein zentrales Ziel der Stadtentwicklung in Hameln und ist eines der 22 Leitprojekte im Integrierten Stadtentwicklungskonzept 2030.

Auftakt zur Umgestaltung des Europaplatzes/Stockhofs bildete eine Bürgerbeteiligung Ende September 2020. Dabei haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Planungsabteilung gemeinsam mit dem Team von „Hameln kann’s“ im Rahmen einer Bürgerbeteiligung vor Ort sowie digital Anregungen, Gestaltungsvorschläge und Ideen zur Neugestaltung des Stockhofs und Europaplatzes in der Hamelner Bevölkerung gesucht. Die kreativen Beiträge der Bürgerinnen und Bürger wurden anschließend gebündelt und flossen in die Vorbereitung des städtebaulichen Wettbewerbs zum Weserufer ein.

Im 3. Quartal wurde der Realisierungswettbewerb eröffnet. Insgesamt sind elf Wettbewerbsarbeiten eingereicht worden. Am 01.10.2021 zeichnete das Preisgericht den Entwurf des Landschaftsarchitekturbüros Hutterreimann aus Berlin mit den 1. Platz aus.

Der Entwurf entwickelt aus der bestehenden „Grünanlage Europaplatz“ einen Park – den Weserpark. Eine großzügige barrierefreie Zuwegung, die Altstadtspange führt in eindeutiger Gerichtetheit von der Stadt auf die Weser zu. Sie quert den Park, führt zuerst von der bestehenden Unterführung nach oben und öffnet dann den Blick in Richtung Fluss.

Westlich der Rattenfängerhalle entsteht die große Parkwiese für Spiel, informellen Freizeitsport und entspannten Aufenthalt, die große Wiesenfreiheit, die sich zum Ufer hin leicht abböscht. In der Wiese liegen einzelne maritime Spielstationen für alle Generationen. Auch hier runden einzelne Liegen das Angebot ab.

Blick auf die Weserterrassen ©hutterreimann Landschaftsarchitektur GmbH, Visualisierer: Studio Maurermeier

Am Promenadenplatz entsteht eine weite einladende Sitzstufenanlage zur Weser. Südlich an den Schiffsanleger anschließend und mit ihm verknüpft, öffnet sich mit den Sitzstufen der Raum am Ufer und bietet vielfältige Blickbeziehungen in Richtung Weser und Weserufer. Die Sitzstufen umfassen zwei Weserterrassen, die über den Schiffsanleger auch barrierefrei erschlossen sind. Die großzügige einladende Wesertreppe führt aus Richtung Altstadt direkt hinab ans Wasser. Ein materialeinheitlicher Bodenbelag (farbig gemischtes Kleinsteinpflaster analog der Pflasterflächen in der Altstadt) und eine Sitzmauer verbinden die Weserterrassen mit dem Schiffsanleger.

Das Motiv der sich öffnenden Sitzstufen wiederholt sich landeinwärts im Anschluss an den Promenadenplatz. Hier fassen die Sitzmauern die Wiesenfreiheit im Südosten und den Europagarten im Norden. Die Bereiche werden so zu einer räumlichen Einheit mit den Weserterrassen, ziehen sie über die Weserpromenade und den Promenadenplatz hinüber in Richtung Altstadt.

In die Sitzstufen aus Betonelementen sind robuste Sitzauflagen aus nachhaltigem Holz eingelassen. Die so entstehenden Aufenthaltsbereiche an der Weserpromenade sind auch für Fahrradtourist*innen eine willkommene Abwechslung und ein unverwechselbarer Rastplatz am Wasser.

Der Weserradweg, der in diesem Bereich der Weserpromenade folgt, erhält im Wettbewerbsgebiet eine attraktive Station zum Pausieren. Fahrradstellplätze und eine Service- und Infostation für das Rad befinden sich im Bereich des Europagartens, von wo aus die Radfahrenden die Wesertreppe hinabsteigen können an das Ufer.

Durch die Aufweitung der Promenade zum Promenadenplatz und den leichten Versatz der Wesertreppen landeinwärts entsteht erhöhte Aufmerksamkeit, und gibt für die Fußgänger*innen und Radfahrer*innen genügend Platz miteinander den Verknüpfungsraum zu erleben.

Und das war nur ein kleiner Einblick in die Konzeption des Entwurfs weitere Informationen sowie die Wettbewerbspläne finden Sie im Downloadbereich

Das Landschaftsarchitekturbüro Hutterreimann wurde mit den Planungsleistungen zur Umgestaltung des Europaplatzes/Stockhofs beauftragt. Für die komplexe Planungsaufgabe werden zurzeit weitere Gutachter- und Sachverständigenleistungen, bspw. für die Tragwerksplanung beauftragt. Die Ergebnisse der Gutachter werden in der weiteren Entwurfsplanung berücksichtigt und mit allen Beteiligten abgestimmt.

Voraussichtlicher Baubeginn am Europaplatz ist für Anfang 2024 vorgesehen.