Extensive Rinderhaltung direkt an der Weser

Am Rande der Stadt, mitten im Hochwasserschutz- und Landschaftsschutzgebiet „Wesertal Süd“, liegen zwei städtische Grünlandflächen, ingesamt knapp 8,3 Hektar groß. Bislang wurde hier intensive Landwirtschaft betrieben - nun werden die Flächen im Rahmen des LEADER-Projekts „Weidelandschaft Weserbogen“ zur Pacht ausgeschrieben. Das Ziel: Die intensiven Grünlandflächen in extensive Weidelandschaften für die Rinderhaltung umzuwandeln.

 

Konkret geht es um folgende Flächen:

Gemarkung: Hameln

Flur: 29

Flurstücke: 14/6 (5.926 m²), 15 (192 m²), 78/16 (20.968 m²), 79/16 (9.969 m², tlw.) und 26/7 (45.352 m², tlw.) und 22 (354 m²)

Flächen (in m²) gesamt: 82.761 m² (Fläche Nord: 37.055 m², Fläche Süd: 45.706 m²)

Flurstückslage: Im Westen

Vorgesehene Nutzung: Grünlandnutzung mit extensiver Rinderhaltung mit reduzierter Bestandsdichte in Abstimmung mit der Abteilung Umwelt und Klimaschutz der Stadt Hameln

Beweidbare Nutzflächen (in m² - abzüglich der Gehölzstrukturen auf Flurst. 78/16 mit 440 m²) gesamt: 82.321 m²

 

Zum Vergabeverfahren:

Ausgeschrieben werden großflächige und attraktive Pachtflächen für die extensive Rinderhaltung. Die Bewirtschaftung erfolgt im Rahmen und unter Berücksichtigung der Vorgaben aus dem LEADER-Projekt „Weidelandschaft Weserbogen“. Die Stadt Hameln erhebt daher einen reduzierten Pachtzins i.H.v. 100,- Euro/ha/Jahr. Die wirtschaftlichen Einschränkungen durch die Vorgaben aus dem LEADER-Projekt wurden bei der Festsetzung des jährlichen Pachtzinses bereits berücksichtigt, um einen fairen Ausgleich zwischen den wirtschaftlichen Interessen und den Anforderungen an den Natur- und Artenschutz zu erreichen.

Die Unterlagen einschließlich detaillierter Hinweise zum Vergabeverfahren sowie das erforderliche Bewerbungsformular stellen wir Ihnen während des Ausschreibezeitraumes vom 09.11.2021 bis 31.12.2021 an der rechten Seite als Download zur Verfügung.

Die Bewerbungen sind in einem verschlossenen Umschlag an die Stadt Hameln, Abt. 51 „Umwelt und Klimaschutz“, Rathausplatz 1, 31785 Hameln zu richten oder können auch persönlich bei der Stadt Hameln während der Öffnungszeiten abgegeben sowie in den Hausbriefkasten vor dem Rathaus eingeworfen werden. Von außen muss erkennbar sein, dass es sich um die Ausschreibung für die Beweidung im Weserbogen handelt.

Letzter Abgabetermin der schriftlich im Rathaus der Stadt Hameln (Rathausplatz 1, 31785 Hameln – Einwurf in den Briefkasten) einzureichenden Bewerbung ist der 31.12.2021, 12 Uhr. Bewerbungseingänge nach Ablauf der Auslegungsfrist werden nicht berücksichtigt.

Die Vergabe der Flächen erfolgt auf Basis eines Punktesystems. Voraussetzung für die Verpachtung ist

  1. die grundsätzlichen Bereitschaft, die Grünlandflächen mit extensiver Rinderhaltung nach den unten beschriebenen Vorgaben zu bewirtschaften,
  2. die privilegierten Bauvorhaben zu beantragen, mit kostenfreier Unterstützung durch die Abt. „Umwelt und Klimaschutz“ der Stadt Hameln,
  3. eine bedarfsgerechte Abstimmung und Evaluation während der gesamten Laufzeit des Projektes mit der Abteilung „Umwelt und Klimaschutz“.

Dazu sind ein Bewerbungsformular mit einigen Fragen und ein Hinweisblatt entwickelt worden. Für die Bewerbung ist dieses Bewerbungsformular zu benutzen, dass als Download zur Verfügung gestellt wird.

 

Zur zukünftigen Bewirtschaftung der Flächen am Weserbogen im Rahmen des LEADER-Projektes „Weidelandschaft Weserbogen“:

Die zwei Grünlandflächen wurden bisher intensiv bewirtschaftet und liegen im Außenbereich der Stadt Hameln im Hochwasserschutzgebiet und im Landschaftsschutzgebiet „Wesertal Süd“. Das LEADER-Projekt sieht vor, diese intensiven Grünlandflächen in extensive Weidelandschaften mit einer reduzierten Rinder-Bestandsdichte (ca. 0,6 GVE/ha) umzuwandeln. Die Bestandsdichte kann unterjährig nach Abstimmung mit der Abteilung „Umwelt und Klimaschutz“ und unter Berücksichtigung des Entwicklungszieles einer extensiven Weidelandschaft je nach Vegetationsbestand angepasst werden. Düngungen und Pestizideinsätze sind nicht erlaubt. Beim Aufkommen von Problemunkräutern ist eine manuelle Beseitigung nach Absprache möglich. Es erfolgt keine Koppelhaltung und eine regelmäßige Weidepflege ist nicht vorgesehen.

Das Wohl der Weidetiere steht bei diesem Projekt im besonderen Fokus. Daher strebt die Stadt Hameln eine enge Abstimmung mit dem/der Tierhalter/in und dem zuständigen Veterinäramt an, insbesondere zum Thema „Parasitenbehandlung“. Der prophylaktische Einsatz von Antiparasitika und deren negativen Folgen auf Dung angewiesene Insekten sollen möglichst auf das Mindestmaß reduziert oder vermieden werden. Zufütterungen in Notzeiten und die Zugabe von Mineralstoffen sind möglich. Auf die Empfehlungen für die saisonale und ganzjährige Weidehaltung von Rindern vom Nds. Landwirtschaftsministerium (2. Auflage 01/2000) wird hiermit hingewiesen.

Das LEADER-Projekt finanziert die Ersteinrichtung der Weideflächen (der Aufbau der Weidezäune mit Eichenstammpfählen und dreizügigem Stahldraht, inkl. der Verstromung und zwei Weidetore; Aufbau von zwei Weidehütten aus Lärchenholz zum Schutz der Rinder vor ungünstigen Wetterbedingungen). Diese privilegierten Bauvorhaben sind vom Pächter bzw. von der Pächterin bei der Stadt Hameln - Abteilung Bauaufsicht - zu beantragen. Die Abteilung „Umwelt und Klimaschutz“ bietet eine fachliche und kostenfreie Unterstützung bei der Beantragung an, auch bei den nötigen gewässer- und naturschutzrechtlichen Genehmigungen. Die Ausschreibungen und die Umsetzungen der Bauvorhaben wird in enger Abstimmung mit dem/der Pächter/in durch die Abt. „Umwelt und Klimaschutz“ erfolgen.

Der/die Pächter/in hat den Zaun und die Hütten ordnungsgemäß zu unterhalten und zu pflegen. Die Zaunanlagen und Hütten verbleiben im Eigentum der Stadt Hameln. Einwachsende Gehölze im Zaunbereich oder im Bereich der Hütten sind regelmäßig vom Pächter bzw. von der Pächterin zurückzuschneiden.

Die Wasserversorgung soll zunächst mit mobilen Wasserbehältern durch den Pächter bzw. die Pächterin gesichert werden. Es ist perspektivisch angedacht, unabhängig vom LEADER-Projekt, eine Wasserversorgung vor Ort durch die Abt. „Umwelt und Klimaschutz“ zu etablieren.