Chronologische Stadtgeschichte Hamelns
| Jahr |
Ereignis |
| 802/812 |
Der sächsische Graf Bernhard und seine Frau Christina gründen 802 oder 812 auf ihrem Gut in Hameln eine Eigenkirche. Nach dem Tod Graf Bernhards 826 gehen die Besitzungen des Grafenpaars im Raum Hameln an die Abtei Fulda über. |
| um 851 |
Die Reichsabtei Fulda gründet am Ort des heutigen Münsters ein Benediktinerkloster. Es ist umstritten, ob sich zu diesem Zeitpunkt bereits im Thieviertel oder südlich der Hamel ein Dorf Hameln, welches bisher nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden konnte, entwickelt hat. |
| um 1090 |
Geburt des Slawenapostels Vizelin (+1154) in Hameln. |
| um 1200 |
Die räumliche wie rechtliche Entwicklung Hamelns, welches im vorhergehenden Jahrhundert wohl einen rasanten Aufschwung erlebt hat, kann als abgeschlossen gelten. Stift, Marktsiedlung und das eventuelle Dorf sind zusammengewachsen. |
| zwischen 1185/1206 |
Erstmalig wird Hameln urkundlich als "Stadt" (civitas) bezeichnet. |
| 1209 |
Ersterwähnung einer (Stifts)Mühle in Hameln. |
| 12./13. Jahr- hundert |
Das Stift St. Bonifatius bzw. die Abtei Fulda üben in Hameln durch die Stiftsvögte, die Grafen von Everstein, die Stadthoheit aus. Die geistliche Oberhoheit über Stadt und Stift liegt beim Bischof von Minden. |
| 1259 |
Der Abt von Fulda verkauft seine Rechte an Stift und Stadt Hameln an den Bischof von Minden |
| 1260 |
In der Schlacht von Sedemünder verliert das Hamelner Bürgerheer gegen die Truppen des Bischofs von Minden |
| 1268 |
Im Verlauf der territorialpolitischen Auseinandersetzungen um Stadt und Stift gelingt Herzog Albrecht von Braunschweig der Erwerb der Vogtei über die Stadt Hameln |
| 1277 |
Herzog Albrecht von Braunschweig bestätigt der Stadt mit einem Privileg ihre bis dahin innegehabten Rechte |
| 1284 |
Der sagenhafte "Auszug der Hämelschen Kinder" mit einem Pfeifer nach spätmittelalterlicher Auffassung als tragisches Geschehen diesem Jahre zugeordnet |
| 1426 |
Hameln Mitglied der Hanse (bis 1572) |
| zwischen 1430 und 1450 |
Ältester Bericht über den Auszug der "Hämelschen Kinder" in einer Lüneburger Handschrift |
| 1540 |
Einführung der Reformation |
| 1551 |
Große Feuersbrunst, 160 Häuser vernichtet; die Pest fordert ca. 1.400 Todesopfer |
| 1600 |
Angebliche Geburt von Siebenlingen durch Anna Breyer, Frau des Krameramtswerkmeisters Tile Römer |
| 16./17. Jahr- hundert |
Verbunden mit dem wirtschaftlichen Aufschwung entstehen prächtige Bauten der Weserrenaissance, u. a. der "Rattenkrug" (1568/69), Leisthaus (1585/89), Rattenfängerhaus (1602/03) und Hochzeitshaus (1610/17) |
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Bildkommentar: Stadtansicht Hamelns auf einem Flugblatt 1622 Bitte das Bild anklicken für eine große Darstellung (544 KB). |
| 1625 |
König Christian IV. von Dänemark besetzt als Kriegsoberster des Niedersächsischen Reichskreises vorübergehend Hameln. Ihm folgt der kaiserliche Feldherr Tilly. Kaiserliche Besatzung bis 1633 |
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Bildkommentar: Belagerung von Hameln 1633 durch welfische Truppen während des Dreißigjährigen Krieges: Ansicht der Stadt, der Heerlager und des Kriegsgeschehens aus der Vogelperspektive von Osten (Basberg) (Ausschnitt) 1633 Bitte das Bild anklicken für eine große Darstellung (143 KB).
Der Kupferstich zeigt die von den verbündeten Heeren eingeschlossene Festung. Vor der Stadt in einer nord-südlich ausgerichteten Linie (am unteren Bildrand) liegen in feldmäßig befestigten Lagern die Truppen der Herzöge von Braunschweig, Lüneburg und die der Schweden unter Kniphausen; diese haben ihr Lager nahe der Hinrichtungsstätte am Galgenberg (links im Bild)aufgeschlagen. Auf der anderen Weserseite befindet sich das ebenfalls befestigte Lager von Stadhaus. Vorgezogene Geschützstellungen beschießen die Stadt in direktem Beschuss während eine einzelne Mörserstellung Bomben im Steilfeuer in die Stadt schießt. Von der Sternschanze auf dem Werder ist Abwehrfeuer gegen Truppen zu beobachten, die gerade versuchen, durch die Weser auf die Insel zu gelangen. Weiteres Abwehrfeuer von den Bastionen ist gegen vorrückende Truppenteile gerichtet. |
| 1633 |
Herzog Georg von Braunschweig-Lüneburg und die Schweden belagern die kaiserlichen Besatzungstruppen in Hameln, die nach der Niederlage bei Hessisch Oldendorf kapitulieren |
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Bildkommentar: Stadt und Festung Hameln während des Dreißigjährigen Krieges von Westen gesehen, in der Darstellung der "Hanseatischen Chronik" des Johann Angelius von Werdenhagen 1641 Bitte das Bild anklicken für eine große Darstellung (342 KB). |
| 1664 |
Hamelns Aufbau zur welfischen "Haupt- und Prinzipalfestung" beginnt. Der erste Bauabschnitt gilt 1684 als abgeschlossen |
| 1690 |
Ansiedlung von Refugiés aus Frankreich (Hugenotten) durch herzogliches Privileg |
| 1717 |
Beginn regelmäßiger (eigentlich älterer) Grenzbeziehungen, seit 1930 vom Grenzbeziehungsverein betreut |
| 1734 |
Erste, in staatlicher Regie errichtete Weserschleuse zur Überwindung des berüchtigten "Hamelner Loches" auf dem Werder eröffnet |
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Bildkommentar: Festung Hameln aus der Vogelperspektive von Nordwesten gesehen 1741 Bitte das Bild anklicken für eine große Darstellung (52 KB). |
| 1757 |
Schlacht bei Hastenbeck während des Siebenjährigen Krieges |
| 1761/63 und 1771/84 |
Der Klüt von Hameln unter König Georg III. von England-Hannover mit drei starken Forts befestigt. Die Festung Hameln gilt als uneinnehmbar und wird als "Gibraltar des Nordens" bezeichnet |
| 1801- 1813 |
Während der Napoleonischen Kriege Hameln mehrfach durch fremde Truppen besetzt |
| 1806 |
Kampflose Kapitulation der preußischen Festungstruppen und Übergabe Hamelns an die Franzosen |
| 1808 |
Schleifung der Festung auf Befehl Napoleons |
| 1819 |
Durchfahrt des ersten Weserdampfers durch Hameln |
| 1820 |
Friedrich Wilhelm Sertürner, der 1805 in Paderborn das Morphium entdeckte, Ratsapotheker in Hameln |
| 1829/32 |
Industrielle Anfänge im Bereich der Papier- und Textilbranche |
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Bildkommentar: Hameln um 1835 Bitte das Bild anklicken für eine große Darstellung (174 KB). |
| 1837 |
"Verfassungsurkunde für die Stadt Hameln" vom Vicekönig Herzog Adolf von Cambridge erlassen. Die Stadtordnung enthält u. a. Bestimmungen über die Einrichtung des Magistrats und der Vertretung der Bürgerschaft |
| 1839 |
Neue Hänge- bzw. Kettenbrücke über die Weser, eine der ersten dieser Konstruktionen in Deutschland, dem Verkehr übergeben |
| 1842 |
Hameln wird Sitz der "Vereinten Weser-Dampfschiffahrt" |
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Bildkommentar: Hameln zu Beginn der Ausdehnung über die Altstadtgrenzen mit Kettenbrücke, Zementfabrik Wendelstedt, Gefängnis und umliegender Feldmark vom Klüthang aus Südwesten gesehen (Ausschnitt) 1856 Bitte das Bild anklicken für eine große Darstellung (133 KB). |
| 1866/67 |
Hameln wird 1866 preußisch und 1867 selbstständige Stadt in der neuen Provinz Hannover |
| 1871 |
Inbetriebnahme einer zweiten Schleuse auf dem Werder; 1892 erweitert |
| 1872 |
Mit der Eröffnung der Eisenbahnstrecke Hannover-Hameln-Altenbeken gewinnt die Stadt Anschluss an die neuen Verkehrslinien |
| 1883 |
Pleite der "Neuen Weser-Dampfschiffahrts-Gesellschaft"; Senator F.W. Meyer begründet den Schifffahrtsverkehr zwischen Hameln und Hannoversch-Münden neu |
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Bildkommentar: Hameln zwischen 1870 und 1894 Bitte das Bild anklicken für eine große Darstellung (356 KB). |
| 1895 |
Errichtung eines städtischen Wasserwerks; Einweihung einer neuen eisernen Auslegerbrücke über die Weser (Ersatz für die Kettenbrücke) |
| 1897 |
Errichtung der Eisenbahnbrücke und Umbau des Klüttunnels im Zuge der Bahnstrecke nach Lage |
| 1922 |
Dorfschaft Rohrsen mit 85 Hausstätten nach Hameln eingemeindet |
| 1923 |
Hameln wird kreisfreie Stadt |
| 1933 |
Nach der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler Fackelzug von SA und Stahlhelm durch Hameln; Ergebnis der Reichtsagswahlen: NSDAP 50,57%, SPD 27,87%, DNVP 6,91%, KPD 5,66%, DVP 2,17%, Zentrum 2,16%, Sonstige 3,20% |
| 1933-1937 |
Veranstaltung von Reichserntedankfesten auf dem Bückeberg bei Hagenohsen als Massenpropaganda durch die Nationalsozialisten |
| 1938 |
Zerstörung der Hamelner Synagoge durch die Nationalsozialisten während der Reichspogromnacht |
| 1945 |
Bildkommentar: Altes Rathaus (bis 5.4.1945) mit Bäckerscharren und Hochzeitshaus 5. April: Sprengung der Straßen- und Eisenbahnbrücken über die Weser; 5./6. April: Artilleriebeschuss, Brandzerstörungen (Rathaus, Marktkirche, Werdermühle); 7. April: Einmarsch der amerikanischen Truppen |
| 1950 |
Durch Zustrom von Ostvertriebenen und Evakuierten wächst die Bevölkerung auf 50.622 Personen an, darunter 12.646 Vertriebene und 2.623 Evakuierte |
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Bildkommentar: Badeanstalt an der Weser (zwischen 1949/1953) Bitte das Bild anklicken für eine große Darstellung (59 KB). |
| 1953 |
Einweihung der Weserberglandhalle, des Hallenschwimmbads und der neuen Weserbrücke |
| 1954 |
Hameln übernimmt Patenschaft für Kreis und Stadt Neumarkt/Schlesien |
| 1967 |
Am 15. Dezember beschließt der Rat der Stadt Hameln ein umfassendes Planungskonzept zur Sanierung der Altstadt (Fortschreibungen 1973 und 1975) |
| 1968 |
Inkrafttreten der vier Bebauungspläne für die Altstadtsanierung |
| 1970 |
Die "Neue Heimat Bremen" wird als Sanierungsträger eingeschaltet |
| 1972 |
Förmliche Festlegung von zwei Sanierungsgebieten in der Altstadt aufgrund des seit 1971 geltenden Städtebauförderungsgesetzes |
| 1973 |
Gebietsreform: Hameln wird als selbstständige Stadt dem Kreis Hameln-Pyrmont eingegliedert, 12 Umlandgemeinden werden der Stadt zugeordnet. Hameln hat jetzt 102 km² und 63.000 Einwohner, seine bis heute größte Einwohnerzahl |
| 1974 |
Zweite Straßenbrücke über die Weser dem Verkehr übergeben (Hochstraße folgte 1975) |
| 1975 |
Erste Fußgängerzone eröffnet (Osterstraße, Teilbereich Emmernstraße/Lüttger Markt/Ritterstraße) |
| 1986 |
6. Tag der Niedersachsen in Hameln |
| 1988 |
Eröffnung der Rattenfänger-Halle |
| 1990 |
Eröffnung der Stadtbücherei Hameln in der sanierten Pfortmühle an der Weser |
| 1993 |
Offizielles Ende der Altstadtsanierung |
| 1996 |
Eröffnung des Weserbergland-Zentrums |
| 2000 |
Eröffnung des neuen Tourismus-Infocenters |
| 2006 |
Einweihung des neuen Kreishauses an der Süntelstraße |
| 2006 |
Eröffnung des umfassend renovierten Bahnhofs |
| 2007 |
Einweihung der neuen Feuerwache an der Ruthenstraße |
| 2009 |
29. Tag der Niedersachsen in Hameln |
Aus: "Hameln 700 Jahre Rattenfänger - Veranstaltungsprogramm für das Jubiläumsjahr 1984" (Hg. Stadt Hameln,1983) mit Ergänzungen des Stadtarchivs Hameln