Inhalt:
Die Beobachtung
Die Beobachtung hilft Verhaltensweisen zu erkennen und Sinnzusammenhänge herzustellen. Sie ist wichtigste Grundlage für jede gezielte individuelle Arbeit. Durch die Beobachtung stellen wir Entwicklungen und Veränderungen in der Persönlichkeit des Kindes fest.
Beobachtungen sind Grundlage für:- jede gezielte pädagogische Arbeit
- die Arbeit mit der gesamten Gruppe
- Beurteilung von Verhaltensformen
- Kontaktaufnahme und -pflege
- jegliche Planung um persönliche Eigenarten, körperliches Leistungsvermögen, Bedürfnisse erkennen und angemessen fördern zu können
- Reflexion und Nachbereitung
das heißt: Durch Beobachtung können wir „Typisches“ herausfinden, was das Verhalten eines Kindes, einer Gruppe oder auch der Erzieherin bestimmt. Wir erfahren z. B. etwas über die Stärken und Schwächen und Neigungen eines Einzelnen, versuchen sie zu erkennen und gezielte Hilfen einzusetzen. Um sich individuell auf die Kinder ihrer Gruppe einstellen zu können, muss die Erzieherin die Interessen, Fähigkeiten und Eigenschaften ihrer Kinder möglichst genau kennen. Diese Informationen erhält sie nur durch intensive fortlaufende Beobachtungen. Soll ein Beobachtungsprozess uns bei der Vielzahl von Eindrücken nicht überfordern, müssen wir unsere Beobachtung auf bestimmte Gesichtspunkte beschränken.
Beobachtungsbereiche in denen kindliche Kompetenzen sichtbar werden:
Sozialverhalten/Konfliktfähigkeit- Kontaktverhalten (Fähigkeit, in bestehende Spielgruppen hineinzukommen)
- Stellung in der Gruppe / Beliebtheit
- Fremd – und Selbstwahrnehmung
- Hilfsbereitschaft / Empathie (Fähigkeit sich in andere hineinzuversetzen)
- Soziale Kompetenz / Regeln
Emotionale Entwicklung / Ich- Entwicklung- Grundstimmung
- Selbstvertrauen
- Durchsetzungsvermögen
- Frustrationstoleranz
- Flexibilität
Sprachentwicklung- Satzbau
- Wortschatz
- Aussprache
Kognitive Entwicklung- Konzentration, Merkfähigkeit, Ausdauer
- Ordnen und Unterscheiden
- Kenntnisse, Fertigkeiten und Wissen
- Logisches Denken, Auffassungsgabe
Weltverständnis - woher komme ich?
- was bedeutet der Tod?
- Werte
- moralische Vorstellungen z. B. gut/böse, richtig/falsch
Natur und Wissenschaft- Begeisterung für die Natur
- Interesse an Ursache – Wirkung – Zusammenhängen
- Experimentierfreude
Motorische Entwicklung / Bewegung- Grobmotorik, Ausdauer, Kraft, Koordination
- Feinmotorik
- Geschicklichkeit, Präzision
- Gleichgewichtssinn
Kreativität, Spiel- Musik, Kunst- Spielbegeisterung
- Ideenreichtum und Fantasie
- Musikalität
- Lust am vielfältigen Gestalten
Lebenspraxis / Selbständigkeit- Toilettenroutine
- Selbstständigkeit beim Essen, An- und Ausziehen, Aufräumen
- Kompetenz im „echten“ Alltag
- Spielen mit echtem Materialien, Werken mit echtem Werkzeug
Um die Verhaltensäußerungen von Kindern vollständig zu sehen und besser zu verstehen, müssen wir uns mit ihrer Lebenssituation auseinandersetzen, das heißt nicht nur mit dem Kind selbst, sondern auch mit seiner Familie, Familienhilfe, der Erziehungsberatung, ambulante und stationäre Einrichtungen, Ämter und Behörden.
Was beinhaltet die praktische Beobachtung in unserer Kita?
1. Beschreibung der Situation (wie, was und mit wem spielt das Kind)
2. Diskussion (Austausch mit der Kollegin)
3. Dokumentieren (Erstellen eines Portfolio)
4. Entscheiden (welche Entscheidungen treffen wir für unser pädagogisches Handeln)
Portfolio ist eine Mappe, in der persönliche Beschreibungen, Dokumentationen, Lerngeschichten und Fotos aufbewahrt werden.
Sprachförderung
Die Sprache ist ein fester Bestandteil im pädagogischen Alltag.
Die sprachliche Entwicklung von Kindern verläuft individuell und sehr unterschiedlich und sie ist von verschiedenen Bedingungen abhängig (wie z. B. Herkunft, Sprachgebrauch in der Familie usw.).
Um den vielfältigen Anforderungen ein- und zweisprachiger Entwicklung gerecht werden zu können und individuell auf das einzelne Kind einzugehen zu können, sind differenzierte Beobachtungen notwendig.
Diese Beobachtungen dienen uns um gezielte Fördermaßnahmen für jedes einzelne Kind zu entwickeln.
Wir beobachten alle Kinder und dokumentieren, wo jedes Kind steht, welche Besonderheiten gibt es in der Sprachentwicklung, wie muss es gefördert werden, welche Stärken und Schwächen hat das Kind.
Außerdem hat das Land Niedersachsen ein umfangreiches Sprachförderprogramm zur Förderung des Erwerbs der deutschen Sprache im Elementarbereich unter besonderer Berücksichtigung von Kindern mit Migrationshintergrund mit Erfolg umgesetzt.
Dies bedeutet für unsere Einrichtung:
Sprachförderung findet täglich in den Gruppen statt durch:
- spielen von Rollenspielen
- aufzählen von Reimen
- Lieder singen
- Gemeinschaftskreis
- Geschichten vorlesen
- Erzählen von Geschichten
- Theaterprojekte
- Würzburger Trainingsprogramm ( siehe Vorschulförderung)
Bei Kindern mit einem höheren Bedarf an Sprachförderung, findet dreimal wöchentlich eine Sprachförderung in Kleingruppen durch eine zusätzliche Erzieherin statt. Hier werden ebenfalls Spiele, Dialoge und Gespräche durchgeführt.
Außerdem kommt z. Zt. dreimal wöchentlich eine Grundschullehrerin für unsere zukünftigen Schulanfänger und erteilt Sprachförderung.
Sprachförderung bedeutet immer, dass wir im Dialog mit jedem einzelnen Kind stehen!
Uns ist wichtig mit allen Kindern:
- handlungsbezogen zu sprechen
- bewusst zu sprechen
- wichtige Redewendungen als Grundlage einführen
- sprachliche Strukturen erkennbar machen
- die Kinder vom Laut- zum Wort zum kleinen Satz zu führen...
... kurzum als sprachliches Vorbild zu fungieren und sich als sprachfreudiger Gesprächspartner für das Kind einzubringen.