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Bahn-Tickets bald günstiger?
Mittwoch, 18.01.2012 17:21 Uhr
Bahn-Tickets bald günstiger?
Netzwerk will GVH-Regionaltarif ausweiten
Die Spitzen des Netzwerkes Erweiterter Wirtschaftsraum Hannover (EWH) sind zu ihrer ersten Tagung im neuen Jahr in der Region Hannover zusammengekommen und haben über gemeinsame Zukunftsprojekte diskutiert. Die Schwerpunkte der regionalen Kooperation sind in den kommenden zwei Jahren die Erweiterung des Tarifgebietes des Großraum-Verkehr Hannover (GVH) und das Tourismus-Projekt „KulturRoute“.
Mehr als ein Viertel der Bevölkerung Niedersachsens lebt im „Erweiterten Wirtschaftsraum Hannover (EWH)“. Die starke Verflechtung der Region Hannover mit den Landkreisen des Netzwerkes zeigt sich in den starken Nachfragezuwächsen auf den Schienenstrecken der Landkreise in das Gebiet des Verkehrsverbundes Großraum-Verkehr Hannover (GVH). Hier gilt seit mehreren Jahren der GVH-Regionaltarif, der hauptsächlich von den Berufspendlern genutzt wird.
Um zu prüfen, nach welchen Kriterien und unter welchen finanziellen Rahmenbedingungen auch die Gelegenheitsnutzer in den Genuss des günstigen GVH-Tarifs kommen können, hat das Netzwerk Erweiterter Wirtschaftsraum Hannover gemeinsam mit der Region Hannover das Institut WVI Prof. Dr. Wermuth Verkehrsforschung und Infrastrukturplanung GmbH aus Braunschweig beauftragt, eine Marktanalyse zur potenziellen Erweiterung des GVH-Tarifgebietes durchzuführen. Diese Studie wurde zum Jahreswechsel vorgelegt.
Die Empfehlungen des Gutachtens zu einem schrittweisen Vorgehen werden jetzt von der Region und dem GVH gemeinsam mit der Landesnahverkehrsgesellschaft geprüft und mit den Fachleuten des Netzwerkes EWH erörtert. Als nächster Schritt ist eine Konkretisierung der Ergebnisse mit entsprechenden Kalkulationen der finanziellen Auswirkungen geplant. Danach können die weiteren Voraussetzungen zur Umsetzung identifiziert werden und in einen Zeitplan gegossen werden. Wichtig für alle Beteiligten ist dabei die Berechnung der von den Beteiligten zu tragenden Kosten.
„Der GVH-Tarif bringt für die Bürgerinnen und Bürger deutliche Vorteile vor allem in den Bereichen Arbeit, Freizeit und Tourismus“, sagt Susanne Lippmann, Oberbürgermeisterin der Stadt Hameln und Vorstandsvorsitzende des Netzwerkes Erweiterter Wirtschaftsraum Hannover. „Deshalb bemühen wir uns, dass der Tarifverbund über die Region Hannover hinaus auf die angrenzenden Städte und Landkreise ausgedehnt wird.“
Eine wichtige Zielsetzung dieser GVH-Erweiterung durch günstigere Fahrkarten aus den Landkreisen in den GVH ist die Sicherstellung einer klimaschonenden Mobilität. Das vorliegende Gutachten bildet die Grundlage, diese Zielsetzung durch eine weitergehende Vernetzung der Tarifangebote des GVH und der Landkreise des Netzwerkes EWH zu erreichen.
KulturRoute – Radroute zu den kulturellen LeuchttürmeIdee der KulturRoute ist es, so genannte kulturelle Leuchttürme sowie weitere bedeutende Kulturangebote über touristische Radrouten im Erweiterten Wirtschaftsraum Hannover miteinander zu verknüpfen. Grundlage für die Konzeption der KulturRoute bildet die Studie „Kulturelle Leuchttürme in der Metropolregion Hannover – Braunschweig – Göttingen“ der Nord/LB, die für das Gesamtgebiet der Metropolregion 20 kulturelle Leuchttürme identifiziert hat. Die Leuchttürme werden zu den Themenfeldern Geschichte, Künstlerische Moderne, Wissenschaft und Technik zusammengefasst und um weitere thematisch passende Einrichtungen und Veranstaltungen ergänzt. Im Erweiterten Wirtschaftsraum Hannover, als Teilraum der Metropolregion, wurden in der Studie insgesamt zehn kulturelle Leuchttürme wie beispielsweise das Celler Schloss mit Altstadt, das Fagus-Werk Alfeld, der Hildesheimer Dom und die Herrenhäuser Garten mit den Festwochen sowie 33 weitere bedeutende Kulturangebote ermittelt.
Weitere Basis der KulturRoute bildet das Radwegenetz der Metropolregion, auf dessen Wegen die KulturRoute zum überwiegenden Teil verläuft. Dies sind insbesondere die bereits beschilderten Radfernwege wie beispielsweise der Weser-, der Aller- oder der Leine-Heide-Radweg. Die KulturRoute gliedert sich in einen Basisring mit ca. 420 Kilometern und den Schleifen mit ca. 300 Kilometern. Der Basisring verläuft von Hannover über Celle, Schwarmstedt, Neustadt am Rübenberge, Stadthagen, Bückeburg, Hameln, Elze, Alfeld, Freden, Lammspringe, Hildesheim und wieder zurück nach Hannover. Über so genannte Schleifen sind Walsrode, Nienburg an der Weser und Peine sowie die Kulturgüter Bergen-Belsen, das Kloster Wienhausen, die Marienburg sowie das Schloss Hämelschenburg angebunden.
Netzwerk Erweiterter Wirtschaftsraum Hannover (EWH)Das Netzwerk Erweiterter Wirtschaftsraum Hannover wurde im Oktober 2010 als Nachfolgeorganisation des Städtenetzes EXPO-Region gegründet. Es verbindet die Städte Celle, Hameln, Hildesheim, Nienburg, Peine, Stadthagen, Walsrode und die Landkreise Celle, Hameln-Pyrmont, Heidekreis (ehem. Soltau-Fallingbostel), Hildesheim, Nienburg, Peine und Schaumburg sowie die Region Hannover mit mehr als einem Viertel der niedersächsischen Bevölkerung in freiwilliger interkommunaler Kooperation. Das Netzwerk verfolgt die Stärkung der regionalen Zusammenarbeit in wichtigen fachlichen und grenzüberschreitenden Kooperationsfeldern sowie die gemeinsame Entwicklung des Wirtschaftsraums. Die Netzwerkpartner tauschen sich in thematischen Foren aus, entwickeln gemeinsame Schwerpunktprojekte und bündeln so aktiv ihre Stärken.
Zurzeit arbeiten die 15 Netzwerkpartner in sechs Foren zusammen:
- Forum Landkreisthemen
- Forum Städtethemen
- Forum Stadt- und Regionalplanung
- Forum Tourismus
- Forum Verkehr/ÖPNV
- Forum Wirtschaftsinfrastruktur
Gemeinsames Ziel ist es, die regionale Zusammenarbeit zu stärken und in wichtigen Zukunftsfeldern des Erweiterten Wirtschaftsraumes Hannover Projekte zu entwickeln, u. a.:
- Tarifverbund – Erweiterung des GVH-Regionaltarifs
- Elektro-Mobilität im ländlichen Raum
- KulturRoute – Radroute zu den kulturellen Leuchttürmen
- Radtourismus mit E-Bikes, Movelo-Region Hannover
- Abgestimmte Ansiedlungsplanung von Großflächigem Einzelhandel
- Konversion von militärisch genutzten Flächen
- Erneuerbare Energien und Klimaschutz
- Fachtagung „Reurbanisierung – zurück in die Mittelstädte und zentralen Orte“
Im geschäftsführenden Vorstand des Netzwerkes EWH sind vertreten:
- Susanne Lippmann, Oberbürgermeisterin der Stadt Hameln / Vorstandsvorsitzende EWH
- Franz Einhaus, Landrat Landkreis Peine / Vorstand EWH
- Bernd Hellmann, Bürgermeister der Stadt Stadthagen / Vorstand EWH
- Prof. Dr. Axel Priebs, Erster Regionsrat der Region Hannover / Vorstand EWH