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Rede von Oberbürgermeisterin Susanne Lippmann zur offiziellen Eröffnung des Museums Dienstag, 13.12.2011   19:23 Uhr
 

"Anstrengungen haben sich gelohnt"

Rede von Oberbürgermeisterin Susanne Lippmann im Wortlaut

Mehr als 400 Gäste waren zu einem Festakt anlässlich der Eröffnung des Museums Hameln in die Marktkirche gekommen, unter ihnen Ministerpräsident David McAllister und Kulturministerin Prof. Johanna Wanka. Die Begrüßungsansprache von Oberbürgermeisterin Susanne Lippmann lesen Sie hier im Wortlaut:
 
"… es ist diese lange Rolle, die uns vor so große Probleme gestellt hat. Ja, so lang ist unsere Gästeliste, so groß ist die Zahl der Unterstützer und Förderer unseres Museums!

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident, Sie können schon einmal folgende Erkenntnis mit nach Hannover nehmen und gerne niedersachsenweit verbreiten:

1. Hameln hat die Besonderheit, über ein sehr schönes, neues und großes Museum zu verfügen.

2. Dieses Museum ist aber nicht groß genug, um alle Ehrengäste aufnehmen zu können. Das ist wohl landesweit ohne Beispiel. So groß ist die Museumslobby in Hameln! Deshalb haben wir uns hier in der Marktkirche versammelt.

Seit Generationen gehört es in Hameln zum guten Ton, etwas für das Museum zu tun. Dass wir unser Museum heute offiziell wieder eröffnen können, haben wir einer großartigen Gemeinschaftsleistung zu verdanken. Und in diese Gemeinschaftsleistung reiht sich zuallererst  das Land Niedersachsen ein. Das Land hat mit seiner Zusage, 50 Prozent der Kosten zu übernehmen, für den wohl wichtigsten Schub beim Museum gesorgt. Wir wissen, dass es nicht einfach war, das Land von der Notwendigkeit des Museumsumbaus zu überzeugen. Es gibt auch viele andere Städte, die Wünsche an Sie herantragen …

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident, sehr geehrte Frau Ministerin, heute können Sie sehen, dass es richtig war, auf Hameln zu setzen, und ich danke Ihnen, dass Sie darauf vertraut haben, dass das Geld hier in Hameln gut angelegt ist! Ich darf Sie an diesem besonderen Tag ganz herzlich in unserer Stadt willkommen heißen.

Ebenso herzlich begrüße ich den Landrat des Landkreises Hameln-Pyrmont, Herrn Butte, unsere Landtagsabgeordneten und die Mitglieder des Rates und des Kreistages. Die politischen Gremien, allen voran der Rat der Stadt Hameln, haben in einer Zeit, in der es nicht einfach ist, die richtigen Schwerpunkte zu setzen, beherzte Entscheidungen getroffen und unser Museum auf den vorderen Platz der politischen Tagesordnung gesetzt.

Die Weichen sind parallel dazu auch beim Museumsverein gestellt worden. Der Vorsitzende des Vereins, Klaus Arnold, spricht von einer „beispielhaften Bürgerinitiative“, die nicht gegen, sondern für etwas eintritt: nämlich für das Museum. Und von einer solchen Bürgerinitiative kann man wirklich sprechen, wenn ein Verein, der Museumsverein, einfach mal einen Betrag von 500.000 Euro locker macht. Wobei ich das „einfach mal“ natürlich sofort richtig stellen muss, denn es war natürlich nicht leicht. Es war ein regelrechter Kraftakt. Die Mitglieder des Museumsvereins sind auch heute stark vertreten. Ich hatte bereits an anderer Stelle die Gelegenheit, Ihnen für Ihr Engagement zu danken – und ich darf Ihnen allen heute nochmals ein herzliches Dankeschön zurufen!

Und das rufe ich auch Ihnen zu, sehr geehrte Frau Dr. Schormann. Als Direktorin der Niedersächsischen Sparkassenstiftung haben Sie sehr früh die Chancen des Projekts erkannt – und das war ein Signal auch für andere, hier tätig zu werden. Zusammen mit unserer Stadtsparkasse Hameln – ich danke hier auch dem Vorstand mit Herrn Drube an der Spitze – haben Sie sich bereit erklärt, das Museum mit einer erheblichen Summe zu unterstützen. Dies war eine sehr wichtige Entscheidung für uns, weil andere ihr nachfolgten und der Damm sozusagen gebrochen war. Ich freue mich, dass Sie, Frau Dr. Schormann, heute nach Hameln gekommen sind. Herzlich willkommen!

Die Liste der Unterstützer ist damit noch lange nicht zu Ende.

Ich erwähne große heimische Firmen wie Reintjes (ich danke Herrn Dr. Schliephack und Herrn Dr. Schubert) und C.W. Niemeyer. Die Unternehmen sind daran interessiert, dass die Geschichte unserer Stadt modern und lebendig präsentiert wird. Ich erinnere an alte Hamelner Familien wie die Familie Dr. Paul Lohmann und die Familie Kerstein, deren Vorfahren bereits an der Gründung des Museums mitgewirkt hatten.

Ob Stadt-Galerie Hameln, Bingo-Stiftung, Stadtwerke Hameln oder E.ON – sie alle haben sich mächtig für unser  Museum ins Zeug gelegt. Die VR-Stiftung der Volksbanken und Raiffeisenbanken und die Volksbank Hameln-Stadthagen haben  die Einrichtung des Multifunktionsraums unterstützt. Die VGH-Stiftung mit der Hamelner VGH hat die museumspädagogischen Angebote gefördert, und die Sparda-Bank machte die Grabungen im Leisthaus möglich. Der Museumsverband Niedersachsen/Bremen hat die Neugestaltung der neuen Dauerausstellung jahrelang begleitet, und ich freue mich, den Vorsitzenden Herrn Dr. Scheele heute begrüßen zu dürfen.

So viel Unterstützung … das ist wirklich unglaublich. Ich darf Ihnen allen ganz herzlich danke sagen.

Anrede,

welche Bedeutung hat ein Museum in der heutigen Zeit? Wie wichtig ist eigentlich der Blick zurück? Welchen Stellenwert hat lokale Geschichte für uns? Ich behaupte: Sie wird immer wichtiger – gerade in einer globalisierten und vernetzten Welt. Ohne Rückbesinnung auf das, was war, würden wir unsere Wurzeln verlieren. Wir sind daher ganz besonders stolz auf unser neues Museum. Hier gibt es Geschichte zum Anfassen, unglaublich lebendig präsentiert. Hier ist nichts (mehr)  verstaubt, ein Spaziergang durch die Historie Hamelns wird zu einem spannenden Erlebnis.

So spannend, dass das Interesse der Schulklassen bereits jetzt ausgesprochen groß ist – sehr zur Freude unserer Stadträtin Frau Willamowius, die alles daran gesetzt hat, hier einen idealen außerschulischen Lernort für Jung und Alt entstehen zu lassen und die sich ganz besonders in den vergangenen eineinhalb Jahren diesem Projekt verschrieben hat. Wir haben mit Herrn Dr. Gurski eigens einen Museumspädagogen eingestellt, der Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern die Geschichte unserer Stadt näher bringen möchte. Und was spricht dagegen, einen Kindergeburtstag einmal im Museum zu feiern? Fastfood gibt es hier nicht, dafür aber Spaß- und Erlebnisgarantie.

Anrede,

Hameln ist weltbekannt als Rattenfängerstadt. Die Rattenfängersage wurde in mehr als 30 Sprachen übersetzt. Schätzungsweise mehr als eine Milliarde Menschen kennen sie. Selbst in fernen Ländern gehört sie häufig zum Unterrichtsstoff; besonders in Japan und in den USA ist sie sehr beliebt. Der Rattenfänger – er ist unsere Stadtmarke. Eine Marke, um die uns andere Städte beneiden. Ich bin sehr froh, dass die Rattenfängersage nun angemessen präsentiert werden kann. Allein in drei Räumen geht es um dieses Thema.

Dazu kommt das Rattenfänger-Theater, das Besucher in seinen Bann zieht. Es erzählt die Sage ganz neu, reduziert auf das Wesentliche, dafür umso stärker in seiner emotionalen Wirkung. Es ist ein Glücksfall für unser Museum, dass Besucher nun auch in die Welt des Rattenfängers eintauchen können.

Möglich wurde dies nur aus einem eher dramatischen Grund. Und wenn man denn ein Beispiel dafür bräuchte, was der Spruch „In jeder Krise liegt auch eine Chance“ bedeutet, könnte man wohl die Finanzkrise und das Konjunkturprogramm II erwähnen. Natürlich gingen die Mittel des Konjunkturprogramms II in unsere Schulen, wo sie dringend benötigt wurden, bis auf zwei Ausnahmen. Und die eine Ausnahme ist das Rattenfängertheater, das wir uns ohne diese zusätzlichen Mittel nicht geleistet hätten.

Ratsmitglieder und Museumsverein überzeugten sich in einer beschwerlichen Bus-Tagesreise nach Baden-Württemberg vor Ort vom Können der Firma Steiner, die anschließend den Auftrag erhielt. Sonderratssitzungen wurden nötig, Verhandlungen mit dem Museumsverein über die Finanzierung, Kuratoriumssitzungen usw. usw. Alles unter hohem Zeitdruck, um diesem bislang nicht vorgesehenen Highlight auf die Beine zu helfen.

Anrede,

es ist für mich eine große Freude, heute sagen zu können, dass sich das alles gelohnt hat. Wir freuen uns über die Begeisterung, die das neue Museum hervorgerufen hat. Wir sind in eine andere Liga unter den Museen aufgestiegen. Und dies gilt sowohl für den außerschulischen Lernort, den wir geschaffen haben, für Jung und Alt, und dies gilt auch für die vielen Menschen, die Jahr für Jahr unsere Stadt besuchen, unseren Tourismus.

Ich danke den Architekten Jäger und Messmann, die sich der Herausforderung gestellt haben, aus zwei alten Fachwerkhäusern, die selbst Objekte des Museums sind,  ein modernes, barrierefreies Museum zu machen. Ich danke allen an diesem Projekt beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Rathaus, für die „Bauleute“ nenne ich stellvertretend unseren früheren Ersten Stadtrat und Baudezernenten Herrn Koss. Ich danke den am Bau beteiligten Firmen, den Wissenschaftlern, den Restauratoren, Gestaltern und Vitrinenbauern. Und ich danke der Museumsleiterin Frau Dr. Snell und ihrem Team. Sie haben für das Museum in den vergangenen Wochen, Monaten und Jahren alles gegeben – und werden heute sicher viel Lob einstreichen können. Und das zu Recht.

Schauen Sie am besten selbst. Besuchen Sie unser Schmuckstück in der Osterstraße. In unserem Museum schlägt das Herz unserer Stadt – kommen Sie vorbei, nehmen Sie sich die Zeit und sehen Sie, wie spannend die Geschichte unserer Stadt ist."

Wenn Sie den direkten Draht wünschen:

(gilt nur für Medienanfragen)
 
Pressesprecher Thomas Wahmes erreichen Sie unter der Telefonnummer (0 51 51)
2 02-13 19 oder per E-Mail unter pressestelle@hameln.de.

Medienlinks:


Pressemitteilungen der Hameln Marketing & Tourismus GmbH

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