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„Wir sind in eine ganz andere Liga aufgestiegen“ Dienstag, 13.12.2011   11:10 Uhr
 

„Wir sind in eine ganz andere Liga aufgestiegen“

Susanne Lippmann: Neues Museum ist wichtig für den Tourismus

Im neuen Museum Hameln ist nichts verstaubt. Offen, hell und freundlich präsentieren sich jetzt Leist- und Stiftsherrenhaus in der Osterstraße in Hameln. Herzstück ist die neue Dauerausstellung, die Hamelns Stadtgeschichte praktisch neu erfindet. Heute, am 13. Dezember, wird das neue Museum im Rahmen eines Festaktes offiziell eröffnet. Im Interview beschreibt Oberbürgermeisterin Susanne Lippmann die Bedeutung der Einrichtung und erläutert, warum die Stadt beim Thema Museum handeln musste.

 
Das Interview im Wortlaut:

Sicher ist heute auch für Sie persönlich ein besonderer Tag.
Susanne Lippmann: „Ganz klar. Wir haben über viele Jahre auf diesen Tag hingearbeitet, und es war ja nicht einfach. Angefangen bei der Frage, wie wir ein so großes und ehrgeiziges Projekt finanzieren, bis hin zur Umsetzung, zum Zeitplan und zur Steuerung. Es ist aber nicht nur für mich, sondern auch für Hameln, für die ganze Region ein großer Tag. Ich glaube, dass viele die Bedeutung des neuen Museums noch unterschätzen.“

Wie schätzen Sie die Bedeutung ein?
Lippmann: „Wir sind mit unserem Museum in eine ganz andere Liga aufgestiegen. Denn das, was wir nun stolz präsentieren können, ist weit mehr als ein klassisches Heimatmuseum. Es ist ein Regionalmuseum, es ist Bildungsstätte und außerschulischer Lernort. Und es ist ein Bekenntnis zu unserer Stadtmarke, dem Rattenfänger. Ich empfehle jedem, sich das neue Rattenfängertheater anzusehen. Die fesselnde Neuinszenierung begeistert.“

Wie sehr kann der Tourismus davon profitieren?
Lippmann: „Ganz erheblich. Schauen wir doch einmal, was wir den Gästen außerhalb der Saison zum Thema Rattenfänger bislang bieten konnten. Das war nicht viel – es gibt zwei Brunnen, und dann ist Schluss. Nun haben Gäste die Möglichkeit, selbst in alten Schriften zu blättern und zu sehen, welchen Bekanntheitsgrad die Sage weltweit hat. Und sie können beim Rattenfängertheater auch emotional in die Welt der Sage eintauchen. Der Rattenfänger wird also ganz neu erlebbar. Das alles vor dem Hintergrund, dass die Wachstumsraten des Tourismus in kommenden Jahren nur im Kulturtourismus gesehen werden. “

Und was bieten Sie den Hamelnern?
Lippmann: „Vielen Menschen ist gar nicht bewusst, dass sie in einer so alten Stadt mit einer so  aufregenden, spannenden Historie leben. Ein Museum wirkt daher immer auch identitätsstiftend.“

Das wirkte es doch auch vor der Sanierung …
Lippmann: „Nur sehr bedingt, denn vieles war einfach verstaubt, nicht mehr zeitgemäß und in einer Form dargeboten, die viele Menschen nicht mehr angesprochen hat. Die alte Dauerausstellung stammte aus den 1960er Jahren und musste dringend überarbeitet werden. Ich bin sehr froh, dass unser Museumsteam die Geschichte der Stadt praktisch neu erfunden hat – lebendig, anschaulich, aber auch in die Tiefe gehend. Denken Sie an die Geschichte des 20. Jahrhunderts, die bislang gar nicht vorhanden war. Nun erfahren wir etwas über die Weltkriege, die Inflation, die Reichserntedankfeste auf dem Bückeberg, die Judenverfolgung, aber auch über den Neubeginn in Hameln nach dem Zweiten Weltkrieg. Die neue Dauerausstellung setzt dabei nicht nur auf nüchterne Fakten. Am wichtigsten ist die emotionale Vermittlung. Viele der Objekte erzählen Geschichten über Menschen. Es ist gerade der Alltag dieser Menschen, der Geschichte verstehbar und nachvollziehbar macht.“

Ein Schwerpunkt der Arbeiten betraf ja auch bauliche Veränderungen. Was wurde  geschaffen?
Lippmann: „In erster Linie ging es darum, die beiden Museumsgebäude Leisthaus und Stiftsherrenhaus barrierefrei zu gestalten. Früher gab es in den Gebäuden insgesamt 15 verschiedene Ebenen – eine Katastrophe für Rollstuhlfahrer, Menschen mit Rollator und Familien mit Kinderwagen. Eine weitere wichtige Veränderung: Der Raum für Sonderausstellungen ist nun klimatisiert, das Museum kann hier künftig Ausstellungen mit sehr wertvollen Objekten anbieten. Ich halte es auch für besonders gelungen, dass man Zeitfenster in die Vergangenheit geöffnet hat: Hier ein Loch im Fußboden, dort eine offene Wand, an anderer Stelle ein alter Türrahmen aus der Renaissancezeit – so sind Einblicke in die historische Bausubstanz möglich. Das Leisthaus wird selbst zum Exponat.“

Seit der regionalen Eröffnung sind vier Wochen vergangen. Wie sind die ersten Reaktionen auf das neue Museum?
Lippmann: „Ich habe fast ausnahmslos positive Reaktionen wahrgenommen – bis hin zu großer Begeisterung. Wir dürfen also zu Recht stolz sein. Ich bin sehr dankbar, dass wir in einer großartigen Gemeinschaftsleistung dieses Projekt schultern konnten. Ich danke dem Land Niedersachsen, dem Museumsverein, den Stiftungen und den vielen Sponsoren. Ohne ihr großes Engagement hätten wir das nie geschafft.“

Wenn Sie den direkten Draht wünschen:

(gilt nur für Medienanfragen)
 
Pressesprecher Thomas Wahmes erreichen Sie unter der Telefonnummer (0 51 51)
2 02-13 19 oder per E-Mail unter pressestelle@hameln.de.

Medienlinks:


Pressemitteilungen der Hameln Marketing & Tourismus GmbH

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