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Donnerstag, 19.08.2010   17:29 Uhr
 

Joachim Gauck ist Gast im "Hamelner Forum"

Stadt stellt Programm der Veranstaltungsreihe vor

Am 1. Juli war er nach seinem Scheitern im dritten Durchgang um die Bundespräsidentenwahl ein lächelnder Verlierer, der in nur einem Monat als „Kandidat“ für frischen Wind in der Politik sorgte. Nun kommt Joachim Gauck in die Rattenfängerstadt und ist am 2. November Gast im „Hamelner Forum“.
 
Das Programm des zweiten Halbjahres beginnt am 1. September im Lalu im HefeHof mit der bekannten Publizistin Ute Scheub , die sich einem Krisengebiet widmet, das so zentral und fundamental ist, dass man sich wundern muss, dass darüber so wenig gesprochen wird: die Krise der Männer. Unter der Überschrift „Heldendämmerung – die Krise der Männer und warum sie auch für Frauen gefährlich ist“ belegt sie u. a. durch zahlreiche Untersuchungen, dass es allen Mitgliedern einer Gesellschaft – Männern, Frauen und Kindern – besser geht, wenn die Geschlechter möglichst gleichberechtigt sind, denn das Patriarchat schadet der männlichen Gesundheit und verkürzt das Lebensalter. Ute Scheub ist Autorin und freie Journalistin, Mitbegründerin der "taz" und des deutschen Frauensicherheitsrats.

„Alles Elend hängt zusammen“, meint Bestseller-Autor Wolfgang Hirn, wenn er am 7. September über „Der Kampf ums Brot“  spricht. Ein halbes Jahr ist der Reporter („manager magazin“) um die Welt gereist, um sich ein Bild von der globalen Ernährungssituation zu machen.  Er analysiert und erklärt Zusammenhänge und zeigt innovative Lösungen auf, die uns vor einem Rohstoffkollaps bewahren können; beschreibt anschaulich, wie diese Krisen zusammenhängen und warum der Hunger in aller Welt mittelfristig die wichtigste Herausforderung ist.

Mit „Wir in Europa“ beginnt dass „Hamelner Forum“ am 21. September eine neue Serie, die sich mit unseren Nachbarn beschäftigt. Der Frankfurter Autor Holger Ehling, ehemaliger Leiter der Unternehmenskommunikation der Frankfurter Buchmesse, hat fünf Jahre als Korrespondent in London gelebt. Er ist höchst berufen, über die Insulaner und ihre Eigenheiten zu schreiben, denn die BBC bescheinigt ihm, er sei „a German with a sense of humor“ – was praktisch einem Ritterschlag gleichkommt.

Die zweite Veranstaltung aus dieser Reihe findet am 17. November statt. Mit dem italienischen Literaturwissenschaftler Gianluca Falanga hat das „Hamelner Forum“ einen Publizisten eingeladen, der die italienische Gesellschaft in seiner lebendigen Vielfalt unterschiedlichster Kulturen und Lebensstile, in der Avantgarde und Rückständigkeit, Leidenschaft und Apathie, Anmut und Brutalität beschreibt und der von den chaotischen Zustände seines Heimatlandes, von der Geschichte und der politischen Kultur erzählt. Ein Kompass für alle Italien-Liebhaber!

Der Journalist, Preisträger und Autor Michael Kraske kommt aus dem Westen der Republik und landet im deutschen Osten wie auf einem fremden Planeten. Vieles erscheint ihm anfangs fremd, und außerdem hat er natürlich die gängigsten Vorurteile über den Osten im Gepäck. Doch dann kommt alles ganz anders: Von Jammerossis keine Spur, dagegen begegnet er interessanten Menschen mit ihren skurril-tragischen, schönen und verblüffenden Geschichten. „Ich bin dann mal drüben - von einem, der auszog, den Osten zu lieben“ – Michael Kraske berichtet am  28. September über die Ostalgie der Sinne und die ist nicht nur ihm durchaus sympathisch!

Der 5. Oktober ist einem sehr ernsten Thema vorbehalten und für die gedacht, die bereit sind, sich mit dem Sterben auseinanderzusetzen: Wie wollen wir sterben? Die These des Berliner Chefarztes Dr. Michael de Ridder ist, dass die Würde des Menschen gerade bei unheilbar kranken und alten Menschen respektiert und
bewahrt bleiben muss. Er richtet sich damit nicht zuletzt an die eigene Zunft. Vielfach verstehen sich Ärzte in einer medizinisch-technischen Krankenhauswelt, in der alles möglich scheint, ausschließlich als Heilende. Was aber, wenn eine Heilung nicht mehr möglich ist? Wenn ein Patient „austherapiert“ ist, wie es im Fachjargon heißt? Selbstbestimmung im Leben aber auch im Sterben, dafür plädiert Dr. Michael de Ridder.

Auch der Bereich Erziehungswissenschaften und Psychologie kommt nicht zu kurz:  Das Hamelner Forum konnte den namhaften Dozenten Prof. Dr. Richard Münchmeier gewinnen. Derzeit wird ein Bildungskurs favorisiert, der sich vor allem über nachweisbare Leistungen definiert. Dieses Verständnis misst den Output des Bildungssystems anhand von Schülerleistungen nach den Bedingungen der Schule. Wissenschaftlich ist ein solches Vorgehen vollkommen sinnlos. Im wissenschaftlichen Bildungsdiskurs geht es um Kompetenz. Kompetenz ist ganzheitlich auf die Person und auf die gesellschaftlichen Werte ausgerichtet: selbstbestimmt handeln, die eigenen Rechte, Interessen und Grenzen verteidigen und stärken können, einen Lebensplan und persönliche Projekte ausarbeiten und umsetzen, sich zum Großen und Ganzen verhalten können. Prof. Dr. Richard Münchmeier: Bildung ist mehr! Am 27. Oktober.

Joachim Gauck steht für gelebte deutsche Geschichte, für Aufrichtigkeit und Mut, ist außerdem ein begabter Redner und ein Visionär. In der DDR war Gauck Pfarrer und unterstützte die Opposition. In der Endphase der DDR trat er dem Neuen Forum bei, begründete später die Behörde, die das Erbe der Stasi aufarbeitete. Als unbequemer Mahner und Moralist wurde der frühere Pastor und ostdeutsche Bürgerrechtler zu einer Art gesamtdeutschen Instanz. Am 2. November ist er Gast im „Hamelner Forum“.

Er war Botschafter des Staates Israel in der Bundesrepublik und immer, wenn es um den Nahostkonflikt oder Juden geht, kommt er ins Bild: Avi Primor. Zusammen mit der Journalistin Christiane von Korff beschreibt er unter dem Titel „An allem sind die Juden und die Radfahrer schuld“ latente Vorurteile und falsche Rücksichtnahme und plädiert für einen verantwortungsbewussten und freiheitlichen Umgang zwischen Juden und Deutschen. Die beiden Autoren sind am 14. November in Hameln zu Gast.

Weitere Informationen zum "Hamelner Forum"


Wenn Sie den direkten Draht wünschen:

(gilt nur für Medienanfragen)
 
Pressesprecher Thomas Wahmes erreichen Sie unter der Telefonnummer (0 51 51)
2 02-13 19 oder per E-Mail unter pressestelle@hameln.de.

Medienlinks:


Pressemitteilungen der Hameln Marketing & Tourismus GmbH

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