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Montag, 18.01.2010 15:17 Uhr
Hilfe aus Hameln für Erdbebenopfer
Interhelp schickt Rettungsteam nach Haiti
Die Anforderung kam schneller als erwartet: Am Donnerstagabend um 20.55 Uhr schrieb der Botschafter der Republik Haiti in Deutschland, Jean-Robert Saget, in einem Fax an Interhelp: „Vielen herzlichen Dank für Ihr Hilfsangebot. Ihr Beitrag im Katastrophenschutz ist höchst willkommen.“
Noch in der Nacht zu Freitag mobilisierte die in Hameln gegründete gemeinnützige Hilfsorganisation Interhelp – Deutsche Gesellschaft für internationale Hilfe e. V. einen Teil ihrer Medical Task Force. Ehrenamtliche Interhelp-Mitglieder füllten bis in die frühen Morgenstunden Transportkisten mit Notfallgeräten und Medikamenten. „Wir hoffen, dass unsere ehrenamtlichen Kräfte spätestens am Sonntag oder am Montag in der schwer zerstörten Hauptstadt Port-au-Prince eintreffen“, sagte Interhelp-Vorsitzender Ulrich Behmann.
Lehrrettungsassistent Reinhold Klostermann und Rettungsassistent Christian Käse, die bereits bei dem schweren Erdbeben auf Sumatra im Einsatz waren, sowie die Notarzt und Rettungsmediziner Dr. Gerhard Scheibe, die Krankenschwester Sigrid Kuptschitsch und der Rettungssanitäter Ralf Hilles opfern ihren Urlaub, um Menschen in Not zu helfen. „Die heimischen Helfer werden in dem wohl ärmsten Land der westlichen Welt internationale Teams bei der Versorgung der verletzten Überlebenden unterstützen und Hilfe von Mensch zu Mensch leisten“, so Behmann.
Innerhalb von 15 Minuten hatte der Vorstand der Hamelner Hilfsorganisation beschlossen, Hilfe zu leisten. „Wir können nicht die Augen verschließen vor der unvorstellbar großen Not. Da müssen wir uns einmischen. Das ist unsere Pflicht“, sagte Vorstandsmitglied Alexander Fürst zu Schaumburg-Lippe. Zahlreiche Hamelner haben bereits Hilfe angeboten. „Unsere Telefone standen am Freitag nicht still. Viele Menschen wollen spenden und uns ihr Geld anvertrauen. Dafür sind wir sehr dankbar“, sagte Ulrich Behmann
Interhelp hat Erfahrung bei der Versorgung von Verletzten in den Tropen. Nach dem Tsunami, der am zweiten Weihnachtstag 2004 Südasien heimsuchte und 250.000 Tote forderte, hatten die heimischen Helfer auf Sri Lanka das „Hameln Field Hospital" aufgebaut und gemeinsam mit ehrenamtlichem Personal aus Großbritannien, den USA und aus Österreich innerhalb von nur zwei Monaten 18.500 Behandlungen durchgeführt. Erst im vergangenen Herbst versorgten Interhelper auf Sumatra mehr als 1000 Erdbebenopfer. Zur selben Zeit wurde Not leidenden Menschen im Osten Bulgarien geholfen, deren Häuser bei einem Erdbeben schwer beschädigt worden waren. Auch in Indonesien war Interhelp schon tätig. Nach dem schweren Erdbeben auf Java im Mai 2006 bauten die Hamelner gemeinsam mit dem Rotary Club Yogjakarta eine Schule wieder auf.
Interhelp ruft zu Spenden auf. Angesichts der dramatischen Lage in Haiti tut jeder Euro Not. Geld kann ab sofort auf folgende Sonderkonten eingezahlt werden: Nr. 20313 bei der Sparkasse Weserbergland (BLZ 254 501 10), Nr. 33233 bei der Stadtsparkasse Hameln (BLZ 254 500 01) und Nr. 700 700 000 bei der Volksbank Hameln-Stadthagen (BLZ 254 621 60). Stichwort: Erdbeben. Mehr im Internet unter www.interhelp.info.