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Donnerstag, 17.12.2009   12:33 Uhr
 

Stadt will Familien unterstützen

Eugen-Reintjes-Haus öffnet Ende 2010

Das frühere Haus Held in der Osterstraße ist zur Baustelle geworden. Wo noch vor einem Jahr Uhren und Schmuck verkauft wurden, haben jetzt die Handwerker das Sagen. Bis Ende dieses Jahres soll hier die Zentrale des Projekts „Familie im Zentrum“ entstehen. Oberbürgermeisterin Susanne Lippmann blickt schon jetzt mit großer Vorfreude auf den Eröffnungstag. Hinter den Kulissen habe sich „bereits unglaublich viel getan, so dass sich Familien auf ein Angebot freuen können, das in der Region einmalig ist“.
 
Die Eugen-Reintjes-Stiftung hatte das denkmalgeschützte Haus Ende vergangenen Jahres gekauft. Sie trägt auch die Kosten für die umfangreichen Umbau- und Sanierungsarbeiten. Für Susanne Lippmann ist klar: Ohne die Unterstützung der Eugen-Reintjes-Stiftung wäre das Projekt „FiZ“ in diesem Umfang nicht zu realisieren. Daher solle das Gebäude auch „Eugen-Reintjes-Haus“ heißen, „um künftig deutlich sichtbar an das soziale Handeln der Stiftung und vor allem des Stifters zu erinnern“.

Derzeit sind die Männer vom Bau mit Abbrucharbeiten beschäftigt, erläutert Architekt Andreas von Schilgen. So muss das marode Treppenhaus durch ein neues ersetzt werden, ein Aufzug soll einen barrierefreien Zugang zu allen vier Ebenen gewährleisten. An anderer Stelle müssen die Handwerker Durchbrüche schaffen, um andere Raumnutzungen zu ermöglichen. Die eigentliche Rohbauphase beginnt nach den Planungen des Architekten im Februar 2010. Stadt und Architekt legen Wert darauf, dass der Charme des historischen Gebäudes erhalten bleibt – nur im Erdgeschoss sollen neue Fenster und Türen eingebaut werden.

Der Baubeginn hatte sich verzögert, da Umplanungen erforderlich waren, um eine Kinderkrippe in das Haus zu integrieren. Diese Hürde ist nun genommen: Das Land Niedersachsen hat das Konzept genehmigt; Land und Kreis unterstützen den Bau der Krippe mit einem Zuschuss von insgesamt ca. 200.000 Euro.

Großes Interesse der
Kooperationspartner


Die Einrichtung „Familie im Zentrum“ wird über eine Nutzfläche von insgesamt 750 Quadratmetern verfügen – Platz für einen allgemeinen Servicebereich, einen Veranstaltungsraum und die Dienstleistungen vieler Kooperationspartner. Und deren Liste ist mittlerweile lang: Die Paritäten mit ihrer Freiwilligenagentur und der Kontaktstelle für Selbsthilfe haben Interesse angemeldet, der Kinderschutzbund und die Lebenshilfe wollen sich mit Beratungs- und Familienbildungsangeboten einbringen, die Harfe e. V. möchte den Bereich Gesundheit und Gesundheitsprävention anbieten.

Schon von Beginn an ist das Mehrgenerationenhaus über das Thema Tagespflege als Kooperationspartner fest eingeplant. AWO, SKF und „wellcome“ können sich nach eigenem Bekunden spezifische Angebote vorstellen. Klar ist, dass das künftige Seniorenservicebüro ebenfalls im früheren Haus Held angesiedelt wird. Die Stadt führt derzeit Gespräche mit dem Landkreis hinsichtlich einer Vernetzung und Kooperation. „Ich freue mich, dass das Interesse der sozialen Partner so groß ist“, sagt Oberbürgermeisterin Susanne Lippmann.

Auch die Stadt selbst will im Eugen-Reintjes-Haus ausgesuchte Dienstleistungen zum Thema Kindertageserziehung anbieten, das Kinder- und Familienservicebüro wird im „FiZ“ angesiedelt, und es soll Serviceangebote für die Bereiche Schulen sowie Kinder- und Jugendarbeit geben. Wer seine Kinder abgeben möchte, um in Ruhe einkaufen zu können, kann eine „Adhoc-Kinderbetreuung“ nutzen. Dafür wird derzeit ein Konzept erarbeitet.

„Alles aus einer Hand, alles unter einem Dach und viele soziale Partner in einem Boot“ – das soll nach den Worten von Susanne Lippmann künftig das „FiZ“ ausmachen. Angebote für Familien seien in Hameln zwar vielfältig vorhanden. Es fehle aber bislang eine Anlaufstelle, die alle Angebote und Aktivitäten für Familien bündelt und den Bürgerinnen und Bürgern transparent darstellt. Genau hier solle die Einrichtung „Familie im Zentrum“ ansetzen und damit den Familien unter die Arme greifen.

„Der Druck auf Familien wächst“, weiß die Oberbürgermeisterin. Es gehe um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, um Armut, Erwerbslosigkeit und Überforderung. Dem wolle das Projekt „FiZ“ begegnen und es den Familien leichter machen, die Herausforderungen zu meistern. Ziel sei es, flexibel und punktgenau auf den Bedarf zu reagieren. Deshalb werde das Angebot des „FiZ“ nichts Statisches sein; ständige Veränderungen seien ausdrücklich gewünscht.


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