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Montag, 22.06.2009 19:44 Uhr
Unterschiedlicher könnten die Meinungen nicht sein
„Forum Fußgängerzone“ endet ohne Ergebnis
Es waren hochgesteckte Erwartungen, mit denen die Teilnehmer zum „Forum Fußgängerzone“ in den Konferenzraum des Hotels Stadt Hameln gekommen waren. „Interessenkonflikte abbauen“, „endlich den Knoten durchschlagen“ und eine „unsägliche Diskussion beenden“ – das waren nur einige der Aussagen der Bürgerinnen und Bürger. Moderator Reinhard Drees fasste zusammen: „Das zu lösen, kommt einer Quadratur des Kreises gleich.“
Insgesamt 75 Bürgerinnen und Bürger sollten diskutieren und gemeinsam mit Experten Vorschläge erarbeiten, wie die Planung für die neue Fußgängerzone weiterentwickelt werden kann. Vertreter der im „Zweckbündnis“ engagierten Gruppen hatte die Stadt eingeladen, ebenso Anliegervertreter und Einzelhändler, Schülerinnen und Schüler und natürlich interessierte Bürgerinnen und Bürger. Das Interesse war so groß, dass die Bürgervertreter sogar ausgelost werden mussten. Mit dabei waren auch Ratsmitglieder und Vertreter der Stadtverwaltung.
Die Chronologie des Abends:18.00 Uhr: Oberbürgermeisterin Susanne Lippmann dankt den Teilnehmern, dass sie sich mit einbringen und ihre Freizeit für das Wohl der Stadt opfern. Ihre Hoffnung: „Wenn ich am Ende mitnehmen kann, wo die Reise hingehen soll, dann war es ein erfolgreicher Abend.“
18.04 Uhr: Moderator Reinhard Drees stellt den Ablauf des Abends vor – ein enger , inhaltlich strukturierte Zeitplan.
18.11 Uhr: Die Bürgerinnen und Bürger kommen zu Wort und sollen ihre Erwartungen äußern. Die Aussagen sind höchst unterschiedlich: „Das Debakel soll ein Ende finden“, heißt es da. Oder: „Ich wünsche mir, dass das mittelalterliche Flair erhalten bleibt und es nicht zu einer modernen, austauschbaren Lösung kommt.“ Und weiter: „Nur das Nötigste sollte repariert werden, auch angesichts der Finanzlage der Stadt Hameln.“ Oder: „Wir brauchen ganz dringend die neue Fußgängerzone.“
18.47 Uhr: Reinhard Drees stellt die Chronologie des Themas vor. Schon im Jahr 2004 hatte es ein erstes Konzept der Abteilung Stadtplanung geben. Drees: „Nach dem Bürgerentscheid ist die Diskussion an einem Scheideweg angekommen.“
18.56 Uhr: Anke Deeken meldet sich zu Wort – sie ist mit der Planung der Fußgängerzone beauftragt. „Das Wort Entgrünung ist nie über meine Lippen gegangen“, verteidigt sie sich. Sie wolle nur eine andere Qualität des Grüns.
19.13 Uhr: Fachbereichsleiter Ralf Wilde stellt dar, wie der Bau der Fußgängerzone zeitlich realisiert werden soll. „Wir gehen davon aus, dass wir nicht mehr in diesem Jahr mit dem Bau beginnen können. Wir wollen den Weihnachtsmarkt störungsfrei über die Bühne bringen.“ Die Arbeiten im Bereich Pferdemarkt sollen im Februar 2010 beginnen, im März 2011 soll es in der Osterstraße losgehen, im März 2012 die Bäckerstraße folgen.
19.22 Uhr: Verständnisfragen sollen geklärt werden – doch die Diskussion geht ins Grundsätzliche. Statements werden vorgetragen, es geht um Kosten, um das Grün, um das Pflaster. Der Informationsbedarf ist offensichtlich groß. Reinhard Drees versucht zu ordnen: „Darüber reden wir später in den Kleingruppen.“
19.35 Uhr: Eine Schülerin meldet sich. „Sie zeigen uns hier Zahlen, da sind wir schon ein wenig überrumpelt. Ist denn klar, dass das Pflaster erneuert wird?“ Reinhard Drees beschwichtigt: „Das ist der derzeit aktuelle Planungsstand.“
19.39 Uhr: Ein Bürger greift ein: „Ich merke, dass es sich hier zunehmend aufheizt. Wir müssen das hier beenden, der Auftrag war, Verständnisfragen zu stellen.“
19.43 Uhr: Bauingenieur Dirk Brunhöver geht auf einen Fragenkatalog ein, der im Vorfeld erarbeitet worden war. Den Vorschlag, alte Steine wieder zu verwenden, sieht er kritisch: „Beschädigte Steine müssen durch neue ersetzt werden – optisch wird das immer zu erkennen sein.“ Sein Rat: „Ich würde mir den Untergrund der Fußgängerzone noch genauer ansehen.“
20.15 Uhr: Endlich – die ersehnte Getränkepause. Vielen im Saal ist es mittlerweile reichlich warm geworden …
20.39 Uhr: Die Arbeit in den Kleingruppen beginnt. Dem vorgesehenen Zeitplan hinken die Veranstalter schon gewaltig hinterher.
21.39 Uhr: In den Kleingruppen geht es in den Schlussspurt – doch ein klares Meinungsbild zeichnet sich nicht ab. „Die Einzelmeinungen lassen sich nicht zusammenfassend“, heißt es in einer der Gruppen.
22.00 Uhr: Reinhard Drees fasst das Ergebnis seiner Gruppe zusammen – und das lautet: „Es gibt kein Ergebnis.“ Das Meinungsbild sei sehr heterogen, so dass man sich nicht auf einen Konsens verständigen konnte. Immerhin: Man habe sich wieder über die Fußgängerzone unterhalten …
22.20 Uhr: Oberbürgermeisterin Susanne Lippmann schaltet sich ein. Sie lädt die Teilnehmer zu einem Folgetermin ein – die Bürgerinnen und Bürger hatten dazu ihre Bereitschaft erklärt. Susanne Lippmann verweist auf die Vielzahl unterschiedlicher Meinungen, die an sie herangetragen werden und die sich nicht auf einen Nenner bringen ließen. „Irgendwann jedoch müssen wir entscheiden.“