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Dienstag, 09.12.2008 10:56 Uhr
Schlüssel zur Integration
Mehr Geld für Sprachförderung
Die Sprache – sie ist der Schlüssel für den individuellen Bildungserfolg und damit für Integration. Umso glücklicher ist Oberbürgermeisterin Susanne Lippmann, dass die Eugen-Reintjes-Stiftung insgesamt 180.000 Euro für eine Verbesserung der Sprachförderung in Kindertagesstätten zur Verfügung stellt.
Der Bedarf ist da: In vier Kindertagesstätten in Hameln benötigt mehr als die Hälfte der Kinder eine Sprachförderung. Durch die zusätzlichen Mittel der Eugen-Reintjes-Stiftung (jeweils 60.000 Euro für die Jahre 2008 bis 2010) und die Sprachfördermittel des Landes (jährlich 26.000 Euro) können nun drei Stellen für Sprachförderkräfte finanziert werden. 174 Kinder profitieren von den verbesserten Möglichkeiten.
„Kernstück
sozialer
Gerechtigkeit“Susanne Lippmann bescheinigt der Eugen-Reintjes-Stiftung ein „ausgeprägtes Gespür für die richtigen Handlungsfelder“. Es sei ein Kernstück sozialer Gerechtigkeit, Kinder in ihrer sprachlichen Entwicklung zu fördern und bestehende Entwicklungsrückstände auszugleichen, betont die Oberbürgermeisterin, die auch an der Spitze des Stiftungskuratoriums steht.
Die Mittel der Stiftung kommen der Katholischen Kita St. Augustinus, der Kita „Altstadtmäuse“, der Kita Domeierstraße und der Kita der Eugen-Reintjes-Stiftung zugute – es sind die Kitas mit den meisten Sprachförderkindern. Durch eine Veränderung der Fördersystematik des Landes mussten gerade diese Kitas mit weniger Geld für die Sprachförderung auskommen. „Die Unterstützung durch die Eugen-Reintjes-Stiftung stellt sicher, dass wir hier wieder auf den Ursprungsbetrag kommen“, freut sich Susanne Lippmann.
Ein Kind als
„Sprachvorbild“
ist immer dabeiBereits seit 2003 arbeitet Julia Pape als Sprachförderkraft in der Katholischen Kita St. Augustinus. Die Inhalte ihrer Arbeit sind speziell auf den jeweiligen Entwicklungs- und Sprachstand der Kinder abgestimmt. „Jedes Kind erfährt Wertschätzung und eine Atmosphäre der Annahme“, erläutert Kita-Leiterin Birgit Kamp. Das schaffe ein Klima des Vertrauens, in dem es möglich sei, ohne Angst zu lernen. Die Kinder werden überwiegend in Kleingruppen von zwei bis drei Kindern betreut. Mit dabei ist immer auch ein „Sprachvorbild“ – ein Kind, das besonders gut deutsch spricht.
„Die Sprache ist das Tor zur Welt“, sagt Kerstin Wiese, die als Sprachförderkraft in der städtischen Kita „Altstadtmäuse“ insgesamt ca. 60 Kinder in ihrer Sprachentwicklung unterstützt. Sie setzt auf eine kindgerechte, spielerische Art des Lernens ohne Leistungszwang. Besonders Kindern mit Migrationshintergrund helfe dieses Programm.
Das bestätigt auch Melanie Meyer. Sie betreut Kinder in der Kita der Eugen-Reintjes-Stiftung und in der städtischen Kita Domeierstraße. Einen Schwerpunkt ihrer Arbeit sieht sie darin, Kinder ganzheitlich zu unterstützen und zu fördern. Beim Singen, Spielen, Basten, Malen und beim Betrachten von Bilderbüchern – in allen Alltagssituationen versucht sie, Kinder an die deutsche Sprache heranzuführen.