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Donnerstag, 20.11.2008   17:55 Uhr
 

Auch Hameln macht mit

Städte gegen die Todesstrafe

"Städte für das Leben – Städte gegen die Todesstrafe": Über 800 Städte weltweit, darunter 45 Hauptstädte, beteiligen sich an der Aktion. Mit dabei ist auch die Stadt Hameln. 
 
Im Innenhof des Hamelner Münsters ist am 30. November um 17 Uhr eine Veranstaltung geplant. Oberbürgermeisterin Susanne Lippmann wird eine Rede halten. Das Münster soll an diesem Tag grün angestrahlt werden – Grün als Zeichen der Hoffnung auf die weltweite Abschaffung der Todesstrafe. Außerdem werden stündlich die Glocken des Münsters läuten.

Auch in vielen Metropolen wird an diesem Tag ein charakteristisches Gebäude besonders beleuchtet, so etwa in Rom das Kolosseum, in Brüssel das Atomium, in Aachen das Ponttor, in Würzburg die Festung, in Berlin der Rathausturm, in Nürnberg die Straße der Menschenrechte oder in Bonn das Münster.

Mit diesen Gesten und einer Reihe von öffentlichen Veranstaltungen wollen die Organisatoren ihren Protest gegen die Unmenschlichkeit der Todesstrafe zum Ausdruck bringen. In Deutschland ist die Zahl der Städte, die sich an diesem Aktionstag beteiligen auf über hundert angestiegen, darunter Berlin, Hannover, Köln, Stuttgart, Mönchengladbach, Schwerin, Weimar – und Hameln.

Besonders im vergangenen Jahr hat sich viel auf dem Gebiet der Abschaffung der Todesstrafe getan. Ein Meilenstein in diesem Kampf war die Resolution der UNO-Vollversammlung vom 18. Dezember 2007, die mit großer Mehrheit alle Staaten der Erde auffordert, ein Moratorium zu verhängen und die Todesstrafe abzuschaffen. Zum ersten Mal in der Geschichte wird diese grausame und nutzlose Strafe damit offiziell geächtet. Diese Resolution bedeutet zwar keine rechtliche Verpflichtung, sie setzt aber ein moralisches Signal, das die Staaten der Welt in die Pflicht nimmt.

In jüngster Vergangenheit haben Ruanda, Kirgisien, Gabun und Usbekistan die Todesstrafe abgeschafft. Wichtig ist auch eine neue Entwicklung in China. Dort hat das Parlament ein Gesetz verabschiedet, das die Hinrichtungen einer besseren Kontrolle unterstellt, indem nun der Oberste Gerichtshof jedes Todesurteil bestätigen muss. Mittlerweile wenden 137 Staaten der Erde die Todesstrafe nicht mehr an, und nur eine Minderheit von 60 Staaten übt diese Praxis noch aus.

In den vergangenen 10 Jahren, seit die Gemeinschaft Sant’Egidio eine besondere Kampagne mit einem Appell für ein weltweites Moratorium initiiert hat, hat sich das Zahlenverhältnis zwischen den Ländern mit und ohne Todesstrafe deutlich verändert,  und es hat sich eine eindeutige Tendenz zur Abschaffung gezeigt.

Die Gemeinschaft Sant’Egidio ist eine christliche Laienbewegung mit über 50.000 Mitgliedern in 70 Ländern der Welt, die sich für Frieden und Gerechtigkeit einsetzt. Sie engagiert sich unter Beteiligung zahlreicher Organisationen im Kampf gegen die Todesstrafe und hat die Aktion „Cities for life – Städte für das Leben“ gegründet. Der 30. November wurde für den Aktionstag gewählt, weil an diesem Tag im Jahr 1786 das Großherzogtum Toskana als erster Staat der Welt Folter und Todesstrafe für abgeschafft erklärte.

Für die 1998 initiierte Unterschriftenkampagne für ein Moratorium der Todesstrafe hat die Gemeinschaft Sant’Egidio über fünf Millionen Unterschriften gesammelt, die am 2. November 2007 dem Präsidenten der UNO-Vollversammlung, Srgiam Kerim, übergeben wurden. Außerdem pflegt sie weltweit Hunderte von persönlichen Brieffreundschaften mit Todeskandidaten und unterstützt viele im persönlichen Einsatz.


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Pressesprecher Thomas Wahmes erreichen Sie unter der Telefonnummer (0 51 51)
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