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Donnerstag, 04.12.2003 14:12 Uhr
Der Ärger mit den Schrottautos
Abgestellt und dann "vergessen"
Seit Wochen schon steht der alte Opel Manta im Langen Feld im Ortsteil Afferde. Immer an derselben Stelle, bewegt wurde er keinen Zentimeter. Die Reifen sind platt. "Ein Schandfleck ist das", ärgert sich Heike S. Und fragt: Warum machen die Behörden nichts?
Die Probleme mit den widerrechtlich abgestellten Autos - Norbert Tegtmeyer von der Straßenverkehrsabteilung der Stadt kann ein Lied davon singen. Insgesamt 70 Wracks wurden in diesem Jahr in Hameln gemeldet bzw. von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadt vorgefunden.
Bildkommentar: Platte Reifen, wucherndes Unkraut:
Schrottauto im Langen Feld in Afferde."Wir kämpfen dagegen und haben dabei auch Erfolg", sagt Tegtmeyer. Immerhin 32 Fahrzeuge seien im Laufe dieses Jahres wieder "verschwunden" - vor allem deshalb, weil die Behörden massiv Druck ausgeübt hätten. Auch wenn Anwohner das Gefühl haben, dass nichts passiert, sei die Verwaltung im Hintergrund aktiv. Sie schreibe den Halter an, drohe mit einem Verwarngeld und kündige an, dass sie das Fahrzeug auf Kosten des Halters abschleppen lasse.
Doch Schrottauto ist nicht gleich Schrottauto. Die Stadt unterscheidet insgesamt vier Varianten:
• Das Fahrzeug hat augenscheinlich nur noch Schrottwert und gilt als "Abfall". Hier ist der Landkreis zuständig. Mitarbeiter versehen das Auto mit einer roten Plakette - nun hat der Halter vier Wochen Zeit, das Fahrzeug zu entfernen. Geschieht das nicht, veranlasst der Landkreis die Verschrottung.
• Aus dem Fahrzeug läuft Kraftstoff aus. In diesem Fall tritt der Fachbereich Umwelt der Stadt auf den Plan. Mitarbeiter versuchen, die Leckstelle abzudichten. Gelingt das nicht, muss die Stadt schnell handeln - das Fahrzeug wird abgeschleppt.
• Fahrzeug stellt eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung dar. Dies ist der Fall, wenn Blechteile eingerissen oder Scheiben zersplittert sind - Kinder könnten sich verletzen. Die Ordnungsabteilung der Stadt entfernt dann unverzüglich das Fahrzeug.
• In allen anderen Fällen, in denen es sich nicht um "Abfall" handelt und keine (Umwelt-)Gefahr besteht, ist die städtische Straßenverkehrsabteilung am Zuge. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter versuchen, den Halter ausfindig zu machen. "Das gestaltet sich schwierig, wenn Autokennzeichen fehlen oder der letzte Halter verzogen ist", erläutert Tegtmeyer.
Dabei ist für den Leiter der Straßenverkehrsabteilung das Abschleppen nur die allerletzte Möglichkeit - zumal die Stadt häufig auf den Kosten sitzen bleibe. "Sinnvoller ist es, zunächst auf den Halter einzuwirken." In den meisten Fällen, so Tegtmeyers Erfahrung, funktioniere das auch.
Die Straßenverkehrsabteilung ist für Hinweise auf widerrechtliche abgestellte Fahrzeuge dankbar. Ansprechpartner ist Karl-Heinz Paul, Telefon 05151/202-263.