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UNESCO-Bewerbung geht in heiße Phase Mittwoch, 14.08.2013   15:13 Uhr
 

UNESCO-Bewerbung geht in heiße Phase

Der Countdown läuft

Mit dem Georg-Büchner-Preis im Jahr 2012 hat die Hamelner Literatin Felicitas Hoppe den bedeutendsten Literaturpreis im deutschen Sprachraum gewonnen und somit eigentlich alles erreicht. Eines hat sie aber offensichtlich nur schwer verwunden, wie sie augenzwinkernd erzählt: Dass sie beim sonntäglichen Rattenfänger-Spiel auf der Hochzeitshausterrasse nie eine „Ratte“ sein durfte. Die Autorin ist bei der Informationsveranstaltung „WeiterSAGEn – Rattenfänger lockt UNESCO“. der Ehrengast. Mit weit über 100 Besuchern ist das Weserbergland-Zentrum gut besucht. Ein sichtbares Zeichen, dass das Thema viele Menschen anspricht.
 
Stadträtin Gaby Willamowius und Harald Wanger, Geschäftsführer der Hameln Marketing und Tourismus GmbH (HMT), haben zu der Veranstaltung eingeladen, um die gemeinsame Bewerbung mit der Rattenfänger-Sage für das Immaterielle Kulturerbe der UNESCO vorzustellen. Einen Beitrag hat Felicitas Hoppe schon geleistet. In Kooperation mit dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) hatte sie in einem Wettbewerb Studierende aus aller Herren Länder dazu motiviert, sich Fortsetzungen für die Rattenfänger-Sage auszudenken.

Und wie bekannt die Sage weltweit ist, habe Hoppe schon daran ablesen können, dass sie als Jury-Mitglied in einer Ausschreibungsfrist von nur zwei Monaten insgesamt „über 1000 Manuskriptseiten“ erhielt. Die Zuschriften kamen aus so unterschiedlichen Ländern wie beispielsweise Weißrussland, Bosnien-Herzegowina, Togo, Jordanien, Vietnam oder Ecuador. Nicht minder unterschiedlich wurde auch die Rolle des Rattenfängers vom bösen Verführer bis hin zum Retter der Kinder interpretiert. Auch die Kinder selbst machen in den Erzählvarianten ganz unterschiedliche Erfahrungen.

Aber vielleicht ist das ja auch gerade das Besondere an der Erzählung rund um den Rattenfänger, dass der Fantasie des Einzelnen keine Grenzen gesetzt sind. „Das mochte ich schon als Kind bei dieser Sage besonders, dass sie im Gegensatz zu den bekannten Märchen nicht einfach nur ein gutes Ende nimmt, sondern offen bleibt“, sagt die Kulturwissenschaftlerin Sarah Hartung, die seit 1. Juni im Auftrag der Stadt die UNESCO-Bewerbung betreut.

Der Zeitplan für Sarah Hartung ist in den nächsten Wochen und Monaten eng gesteckt: Am 30. November muss die Bewerbung beim Land Niedersachsen abgeben werden. Im April 2014 werden dann alle Bundesländer je zwei Bewerbungen (dazu gibt es zwei länderübergreifende) an die Kultusministerkonferenz und die deutsche UNESCO-Kommission weiterreichen. Dann trifft ein Expertenkomitee eine Auswahl für eine Bundesliste. Vor Ende 2015, so Sarah Hartung, ist nicht mit einer Entscheidung durch die UNESCO zu rechnen, wer den Zuschlag erhält.

An guten Ideen, wie die Hamelner Bewerbung einen Schub erhalten könnte, mangelt es den Bürgerinnen und Bürgern nicht. Das wird bei der Diskussionsrunde mit Felicitas Hoppe, Sarah Hartung, Stadträtin Gaby Willamowius und Harald Wanger deutlich. In den 1960er Jahren sei eine Variante sehr populär gewesen, dass überall dort auf der Welt, wo gegen Ungerechtigkeit gekämpft werde, Kinder aus Hameln am Werk seien. Demzufolge sollten Kinder, die Projekte mit besonderem Engagement begleiten, herausgestellt werden. Auch gegen Kinderarmut könne etwas getan werden, findet ein Zuhörer, während ein anderer Vorschlag dahingeht, das gesamte Weserbergland in der Bewerbung zu betonen. Weitere Ideen reichen von der Musik, die durch Wettbewerbe in den Vordergrund gestellt werden könnten, bis hin zur Rolle der behinderten Kinder in der Sage, die noch genügend Anknüpfungspotenzial besäßen. Es könne aber auch eine Veranstaltung in der Innenstadt geben, auf der ein großer Chor Hamelner Bürgerinnen und Bürger für die Bewerbung singen würde.

Stadträtin Gaby Willamowius betont, wie präsent die Rattenfänger-Sage schon jetzt in der Stadt ist. Sie sei „lebendiger und identitätsstiftender Bestandteil des Stadtlebens“. Neben dem Rattenfänger-Spiel an Sonntagen nennt Gaby Willamowius auch den Rattenfänger im Logo der Stadt und als Werbefigur zahlreicher Hamelner Firmen sowie das tägliche Glockenspiel am Hochzeitshaus, zudem das Rattenfänger-Theater und das Musical „Rats“ als weitere Beispiele. Und: „Sehr schön finde ich auch die Tradition, in der Bungelosenstraße keine Musik zu spielen. In Erinnerung an das Geschehen und in Respekt vor und Trauer um die verlorenen Kinder.“

Auch Oberbürgermeisterin Susanne Lippmann hofft darauf, dass Hameln bald „in einem Atemzug mit dem argentinischen Tango, der tibetischen Oper in China, der Manden Charta in Mali, der Heilig-Blut-Prozession in Brügge, dem kolumbianischen „Carneval de Negros y Blancos“ und der Pfeifsprache El Silbo von den Kanaren“ genannt werde. All diese Bräuche, Darstellungen, Ausdrucksformen und Fertigkeiten haben Hameln bereits eines voraus: Sie sind schon Immaterielles Kulturerbe der UNESCO. Sollte auch Hameln den Titel erhalten, hat Oberbürgermeisterin Susanne Lippmann der Autorin Felicitas Hoppe schon mal versprochen, dass sie ein Rattenkostüm geschenkt bekomme. Dann könne sie vor dem Spiegel nachholen, was in ihrer Kindheit nicht geklappt hat.                            Alexander Schlögel

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