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Mittelalter



Bildkommentar: Stifterstein zur Kirchengründung
Gab es ein Dorf „Hamelon“ oder gab es einen anderen Ursprung der Stadt – in der Wissenschaft gibt es mehr Fragen als Antworten. Vielleicht sind es auch mehrere Dörfer, von denen manche wieder aufgegeben werden müssen, aus denen die Siedlung hervorgeht?
Das sächsische Grafenpaar Bernhard und Christina gründet im 9. Jahrhundert das Kloster - ein wichtiger Schritt auf dem Weg in eine Stadt an der Weser. Bauern, Händler und Handwerker finden hier Abnehmer und lassen sich in der Nähe nieder. Um 1370 wird dem Grafenpaar der Stifterstein als Denkmal gesetzt, das als Original in der Münsterkirche steht.

Bildkommentar: Predigt von der Kanzel





Der Glaube spielt eine sehr große Rolle im Leben der Menschen. Die Messen, die Beichte, Wallfahrten und Prozessionen prägen den Alltag und geben Halt. Daneben bestehen aber auch heidnische Vorstellungen und lebendiger Aberglaube. So geht mancher davon aus, dass das von einer Kirchenmauer abgekratzte Steinmehl Krankheiten heilen kann und wundermächtig ist. Noch heute sind die Kratzspuren zu sehen!
Neben der ältesten Kirche wird eine neue gebaut, die Marktkirche. Um sie herum entwickelt sich ein zweites Zentrum der Siedlung.

Bildkommentar: Stadtansicht von Hameln (Qwerenhamelen)


Hameln ist ein Marktort, günstig gelegen an wichtigen Handelswegen und dem Weserübergang. Die Siedlung wächst, um 1170 wird sie erstmals erwähnt – in der Slawenchronik Helmolds von Bosau. Bald darauf wird sie schon als befestigte Stadt mit starkem Gemeinwesen bezeichnet.
Wo genau Wall und Graben verlaufen, die im 13. Jahrhundert angelegt werden, wird heute diskutiert. Der Stiftsbezirk gehört möglicherweise anfangs nicht dazu und hat seine eigene Befestigung. Befestigungspfähle werden in der Ausstellung gezeigt. Sie sind dendrochronologisch datiert worden. Der älteste stammt von 1310!

Bildkommentar:


Um Hameln wird viel gestritten. Wer hat die Macht in der Stadt? Das ändert sich oft. Zwischen Landesherrn, Bürgern und Stiftsherren ergeben sich immer neue Allianzen, die bald wieder zerfallen. Wie schnell sich das Gleichgewicht verändern kann, kann der Besucher am Machtspieltisch ausprobieren: Wer Kraft ausübt, lenkt die Kugel in seine Richtung, doch bald muss er sie wieder los lassen.


In Hameln wird hart gearbeitet und gut gewirtschaftet. Handwerker schließen sich zu Genossenschaften zusammen und vergrößern so ihren Einfluss. Kaufleute, Bäcker-, Knochenhauer- und Schuster bilden die mächtigen Gruppierungen in der Stadt. Aus ihren Reihen gehen die reichen Patrizierfamilien hervor. Sie wohnen und arbeiten entlang der zentralen Straßen der Stadt: Oster- und Bäckerstraße. Dies ist der Grund, warum gerade hier bei archäologischen Grabungen so viele spannende Ergebnisse zu Tage gefördert werden.
Hameln ist erfolgreich – im ausgehenden Mittelalter gehört die Stadt zu den mächtigsten Städten des Herzogtums Braunschweig.

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