Leerstand und Zuzug sinnvoll vereinen

Nach dem Abzug der britischen Streitkräfte blieb in Hameln ein großer Leerstand zurück. Nicht nur die ehemaligen Hallen und Plätze der Briten standen plötzlich frei, auch viele Wohnungen und Häuser blieben unbewohnt zurück. Fast zur gleichen Zeit kamen viele Flüchtlingsfamilien aus Kriegsländern ins Weserbergland.

Landkreis und Stadt standen nun vor zwei Herausforderungen: auf der einen Seite ein großer Leerstand, auf der anderen Seite zahlreiche Zuwanderer. Warum also nicht beides vereinen? Schnell entstand die Idee ein integratives Stadtteilprojekt ins Leben zu rufen. Unter dem Motto: „Junges buntes Leben im Englischen Viertel“ entstand ein Wohnmodell, in dem Menschen jeder Herkunft, jeder Religion, jeden Alters und jeden Geschlechts willkommen sind. An dem Projekt sind sowohl der Landkreis Hameln-Pyrmont (Projektleitung) und die Stadt Hameln (Projektbegleitung) beteiligt.

Die drei Straßenzüge Ludwig-Richter-Weg, Schwindweg und Haydnweg in der Nordstadt wurden ausgewählt, da sie gute Voraussetzungen bieten. Zu einen liegen Schule und Kindergarten in unmittelbarer Nähe. Zum anderen konnte eine zentrale Reihenhausinsel für künftige Gemeinschaftsräume organisiert werden. Geplant sind zudem eine Kunstwerkstatt, ein Begegnungs-Café, eine Großtagespflege, ein Veranstaltungs-, Lehr- und Lernraum und eine Fahrradwerkstatt.

Gruppentreffen im Englischen Viertel
Bei den Treffen in den Gemeinschaftsräumen kommen alle zusammen.